Erstellt am 09. Juli 2014, 09:34

von Michael Pekovics

Grundstücksverkauf sorgt für Wirbel. Ex-Gemeinderat wollte 950 Quadratmeter große Wiese kaufen, für seine ehemaligen Parteifreunde war der Preis aber zu gering.

Wiesen-Wirbel. Ex-ÖVP-Gemeinderat Willi Radics wollte eine Wiese kaufen, seine ehemaligen Parteifreunde verhinderten das.  |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at
In der jüngsten Gemeinderatssitzung sorgte ein geplanter Grundstücksverkauf der Gemeinde für einige Aufregung. Willi Radics, ehemaliger Gemeinderat der ÖVP und Onkel von Vizebürgermeister Joachim Radics (ÖVP), wollte eine drei Meter breite und 300 Meter lange Wiese kaufen, die sich direkt neben seinem 36 Ar großen Grundstück befindet.

„Die anderen Grundstücksnachbarn wollten es nicht haben“

Der Verkauf des Grundstücks kam schlussendlich nicht zustande: Sechs SPÖ-Gemeinderäte waren dafür, drei ÖVP-Mandatare dagegen. Weil sich zusätzlich vier ÖVPler der Stimme enthielten, was als Gegenstimme gewertet wird, bleibt das rund 950 Quadratmeter große Grundstück, das die Gemeinde von einer Frau geerbt hatte, im Eigentum von Markt Neuhodis.

Bürgermeister Johann Wallner (SPÖ) hat für den Verkauf gestimmt: „Die anderen Grundstücksnachbarn wollten es nicht haben, nur Willi Radics hat Interesse gezeigt. Er hat uns 1,10 Euro pro Quadratmeter geboten, normalerweise werden landwirtschaftliche Flächen bei uns um 50 Cent verkauft.“

Anderer Meinung ist ÖVP-Vize Jochim Radics. Seiner Meinung nach sei das Grundstück drei Euro pro Quadratmeter wert: „Mein Onkel soll das Grundstück haben, wenn er es will, darum geht es nicht. Aber weil wir den Weinberg aufgeschlossen haben und Infrastruktur vorhanden ist, sind auch die Grundstückspreise gestiegen.“ Neffe Radics will von seinem Onkel drei Euro pro Quadratmeter haben.

Interner Familien- und Parteistreit um Grund

Sein Onkel Willi Radics vermutet einen „Racheakt“ gegen seine Person: „Ich war 20 Jahre lang für die ÖVP im Gemeinderat und 15 Jahre lang für die ÖVP Jagdausschussobmann. Ich kann ja nichts dafür, dass mein Neffe die Wahl verloren hat.“ Hintergrund ist, dass Onkel Radics mit einer eigenen Liste bei der Jagdausschusswahl kandidiert und mit vier Mandaten auch gewonnen hatte.

Die vermutete Retourkutsche, weil sein Onkel, der 30 Jahre ÖVP-Parteiobmann war, bei der Jagdausschusswahl gewonnen hatte, weist Vize Radics zurück: „Die Spaltpilze sitzen woanders, er hat mit mir privat kein Wort darüber gesprochen. Er soll das Grundstück haben, aber wir müssen so handeln, dass das Beste für die Gemeinde rausschaut.“

Ein weiterer Grund für seine Ablehnung sei, dass „die Gemeinde Grundstücke von der Bundesforstverwaltung um drei Euro teuer zurück kaufen will: Dafür haben wir Geld aber wenn wir verkaufen, verlangen wir weniger?“