Erstellt am 08. Oktober 2014, 07:15

von Michael Pekovics

Spital: Chance auf junge Ärzte. Das Krankenhaus Güssing wird aufgewertet. Aus dem Fachschwerpunkt „Orthopädie“ wird eine eigene Abteilung mit 25 Betten. Das hat auch für Patienten Vorteile.

Das Güssinger Krankenhaus.  |  NOEN, Pekovics
Positive Nachrichten für das südlichste Krankenhaus : Wie Landesrat Peter Rezar (SPÖ) gegenüber der BVZ bestätigte, wird das Spital bald über eine neue Abteilung verfügen. Konkret geht es um die derzeit als „Fachschwerpunkt“ geführte Orthopädie, künftig soll sie in eine vollwertige Abteilung mit 25 Betten umgewandelt werden.

x  |  NOEN, BVZ
Dieser Schritt hat mehrere Gründe. Zum einen werden immer mehr Operationsplätze für die Orthopädie benötigt, außerdem wird in Zukunft der Bedarf an jungen Ärzten steigen. „In einer Abteilung können wir auch selbst Ärzte ausbilden. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass sie dann eher bleiben, weil sie das Haus schon kennen. Nur mit einem Fachschwerpunkt wäre eine Ausbildung unmöglich gewesen“, sagt Rezar.

Resetarits: „Gewaltige Aufwertung des Spitals“

Für Kurt Resetarits, den ärztlichen Direktor der Krankenhäuser in Oberwart und Güssing, ist dieser Schritt „eine gewaltige Aufwertung des Standorts“: „Ein Fachschwerpunkt wird von einem Oberarzt geleitet, eine Abteilung von einem Primarius.“

Und genau diesen sucht die KRAGES (Burgenländischen Krankenanstalten GmbH) jetzt, die Ausschreibung läuft noch bis 24. Oktober. „Die Umstellung auf eine Abteilung hat aber nicht nur für die Mediziner Vorteile, sondern auch für die Patienten“, weiß Resetarits. „Dazu gehören mehr Kompetenz und ausgedehnte Ambulanzzeiten.“

Eine Verbundlösung, wie etwa beim bestehenden gynäkologisch-geburtshilflichen Verbund Mitte-Süd, schließt Resetarits aus. „Nein, darum geht es hier nicht. Viel mehr geht es darum, dass es in Güssing dann besser möglich ist, planbare Operationen durchzuführen und damit die Operationssäle in Oberwart, die oft für akute Fälle gebraucht werden, zu entlasten“, sagt Resetarits.

Die KRAGES geht damit einen weiteren Schritt in die schon eingeschlagene Richtung: Mehr Spezialisierung an gewissen Standorten, um diese langfristig abzusichern.