Erstellt am 10. Juli 2013, 00:00

„Haben keinen Platz“. Schulschließung / Die Gemeinde stellt als Schulerhalter Antrag auf Erhalt der Volksschule Dobersdorf. Land Burgenland sieht Schließung aufgrund sinkender Schülerzahlen vor.

Von Carina Ganster

DOBERSDORF / Wie die BVZ bereits berichtete, soll die Volksschule Dobersdorf aufgrund der zu geringen Schüleranzahl geschlossen werden. Die Schüler sollen nach Rudersdorf wechseln. Nachdem in der vergangenen Woche eine Elterninitiative den Erhalt der Schule gefordert hatte, prescht nun auch die Gemeinde in dieser Causa vor. Gegen einen Bescheid des Landes, der die Schließung der Kleinschule mit sofortiger Wirkung vorsieht, hat die Gemeinde nun Berufung eingelegt. Die dreiseitige Stellungnahme liegt der BVZ vor.

„Ständig wachsende Wirtschaftskraft, steigende Arbeitsplatzzahlen und das kontinuierliche Bevölkerungswachstum“, heißt es in diesem Brief, „zeichnen Rudersdorf als Familiengemeinde aus“. Zudem verweißt Ortschef Franz E. Tauss darauf, dass die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft in den vergangenen 20 Jahren mehr als 250 Wohnungen in der Großgemeinde geschaffen haben. Weitere 24 Wohneinheiten sollen im kommenden Jahr in Dobersdorf entstehen.

„Es ist daher kein weiterer Rückgang der neu in die Schulpflicht eintretenden Kinder zu erwarten. Im Gegenteil, es wird sicherlich ein Ansteigen der Geburtenzahl über das schon bekannte Maß erfolgen“, meint Bürgermeister Tauss.

Betriebskosten belasten die Gemeinde nicht 

Weiters wird das familiäre Klima und Zusammenwirken zwischen Kindern, Lehrern und Eltern als besonderes Merkmal von der Gemeinde als Argumentationspunkt angeführt. Für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit brachte die Gemeinde ein, dass das Gebäude in den vergangenen Jahren zeitgemäß ausgestattet und modern adaptiert wurde. Anfallende Betriebskosten wären auch nach der Auflassung für die Gemeinde, umgelegt auf das Gesamtbudget, nur von geringer Bedeutung und würden laut Gemeinde keine wirtschaftlichen Nachteile bringen.

„Gegebene Personalkosten der Pädagogen bleiben auch zukünftig erhalten, weil zusätzliches Personal für die Kinder, die aus Dobersdorf nach Rudersdorf kommen, gebraucht wird“, schildert der Ortschef seine Sicht der Dinge.

Expositur Dobersdorf: Platzproblem lösen 

Das kurioseste Detail in der Schließungscausa ist jedoch die Tatsache, dass die Räumlichkeiten in Rudersdorf zu klein sind. In der dritten Schulstufe würden über 25 Schüler in die Klasse gehen, eindeutig zu viele. Eine nötige Teilung der Klasse ist aber nicht möglich, weil die Schulbehörde die Kellerräume nicht als ordentliche Ausweichmöglichkeit ansieht. Wobei wieder Standort in Dobersdorf ins Spiel kommt, denn dieser wäre die einzige Möglichkeit, die Kinder dritten Klasse ordentlich zu unterrichten.

„Wir bitten also das Land, die Auflassung zu unterlassen und die Weiterführungsmöglichkeit für die Volksschule Dobersdorf trotz dieser einjährigen bedingten geringen Schülerzahl zu genehmigen und so den für die nächsten Jahre ohnehin durch die tatsächlichen Schülerzahlen gesicherten Schulstandort zu erhalten“, hofft Rudersdorfs Bürgermeister Franz E. Tauss doch noch auf ein kleines Wunder.

Das Land Burgenland jedenfalls wird in den kommenden Wochen eine Entescheidung in der Schließungscausa rund um die Volksschule Dobersdorf treffen.