Erstellt am 02. November 2011, 00:00

Hälfte der Belegschaft steht vor der Pension. NACHBESETZUNG / 51 Mitarbeiter im Pflegebereich sind 45 bis 49 Jahre alt. 48 Prozent der Belegschaft gehören zu den „Älteren“.

Das Team des Krankenhauses Güssing befürchtet keine Probleme in der Nachbesetzung des Pflegepersonals. Ärztlicher Leiter Dr. Gerhard Puhr (5.v.r.) erkennt aber einen (Fach)ärztemangel. Am Bild: Gesundheitsminister Alois Stöger bei einem Besuch des südlichsten Krages-Krankenhauses. BAUMGARTNER  |  NOEN
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GÜSSING / Der burgenländische Landesrechnungshof (BLRH) stellte in seinem neuesten Bericht fest, dass beinahe ein Fünftel des diplomierten Pflegepersonals, der Pflegehilfe und des Sanitätshilfsdienstes der Gruppe der 50- bis 59- Jährigen angehören. Das Fazit daraus ist: „Durch diese starke Besetzung mit älteren Jahrgängen wird das Krankenhaus Güssing in absehbarer Zeit mit einem hohen Personalabgang durch Pensionierung konfrontiert werden“, heißt es im Prüfungsbericht betreffend die Überprüfung der Gebarung des Krankenhauses Güssing vom Oktober 2011.

Gründe für Pensionierungen  sind klar ersichtlich

Die vorherrschende Altersstruktur in Güssing, insbesondere im Pflegebereich, war teilweise auf Einstellungswellen in der Vergangenheit zurückzuführen. „Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre wurden ganze Jahrgänge aus Pflegeschulen in den Dienst im Krankenhaus übernommen“, erläutert BLRH-Direktor Franz Katzmann. Die Gründe dafür kennt auch der ärztliche Leiter der Krankenanstalt, Primarius Dr. Gerhard Puhr: „Das kommt von einer Einstellungswelle in den 80er Jahren. Das Personal kommt nun ins Pensionsalter.“

Doch laut dem Rechnungshof konnte „keine an diese Umstände angepasste Personalstrategie für das Krankenhaus Güssing erkannt werden“. Auch Puhr sieht ein Problem in der Nachbesetzung, aber nur im Bereich der Ärzte. „Bei den Ärzten könnte ein Problem auftreten. Durch die Einschränkung der Ausbildung der Ärzte an den Universitäten herrscht ein Ärztemangel. Auch ein Fachärztemangel ist dadurch absehbar.“ Die Lösung hat er parat: „Die Ausbildung an den Unis sollte erhöht werden. Weiters muss versucht werden, die Absolventen in Österreich zu halten. Die Kollegen aus Deutschland bleiben nicht in Österreich.“ Das Ärzteproblem gibt es laut Puhr aber auch in anderen Bundesländern, „das ist kein burgenlandspezifisches Problem“.

Im Bereich der Pflege hat der ärztliche Leiter aber keine Bedenken: „Im Pflegebereich gibt es ja eine zusätzliche Ausbildung im Nordburgenland, in Frauenkirchen. Damit wurde ein wichtiger Schritt gesetzt.“ Außerdem kann man laut Puhr in diesem Bereich auch schneller und kurzfristiger reagieren.

Laut Landesrat Peter Rezar (SPÖ) haben das Land Burgenland und die KRAGES in den letzten Jahren immer wieder sehr rasch auf den sich ergebenden Bedarf reagieren können. „Bei steigendem Bedarf haben wir in der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege anstatt eines, zwei erste Klassenzüge geführt. Diese Flexibilität haben wir auch im Bereich der Pflegehilfeausbildung. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit der flexiblen Ausweitung der Ausbildungsplätze in der Schule in Oberwart und in der Expositur Frauenkirchen die frei werdenden Stellen in den Krankenanstalten ohne Probleme werden nachbesetzen können.“

„Das trifft Problem trifft nicht nur das Krankenhaus Güssing“, weiß Puhr, und er muss es ja wissen, ist er doch gleichzeitig auch neuer Vorstand der Internen Abteilung im Krankenhaus Oberpullendorf.