Erstellt am 21. September 2011, 00:00

Heftige Kritik gegen Amtsträger. LESERBRIEF / Ex-Marketenderin vom MV Neusiedl/Güssing wirft Ortschef und Vize Amtsmissbrauch vor. Diese weisen die Anschuldigungen zurück und sind erzürnt.

NEUSIEDL BEI GÜSSING /  Rund um den Musikverein Neusiedl gab es in der Vergangenheit viel Unruhe. Nach internen Streitereien wurde ein neuer Vorstand gewählt. Helga Pelzmann, eine ehemalige Marketenderin des MV, wandte sich mit einem Leserbrief an die BVZ: .„Erstens muss erwähnt werden, dass sich im Musikverein Neusiedl leider in den letzten Monaten sehr Negatives und Unmenschliches ereignet hat. Nach einigen Versuchen die Ungereimtheiten zu glätten wurden diese so weit aufgespielt, dass sich ein interner Krieg innerhalb des Musikvereines Neusiedl gebildet hat.“

Laut Pelzmann wurde im Oktober 2010 eine Jahreshauptversammlung ausgeschrieben, die teilweise von den im Feber 2011 gewählten Funktionären verhindert wurde. Sie führt aus: „Diese verstanden es in bestem Maße, Proben und Auftritte zu untergraben und mit ihrer Abwesenheit zu glänzen, um dem damaligen Vorstand immer wieder Steine in den Weg zu legen. Unter anderem nutzten lokale Möchtegernpolitiker ihr Amt als Vizebürgermeister aus beziehungsweise glaubt der amtierende Bürgermeister nur seinem Vizebürgermeister, der ihm aber wahrscheinlich Unwahrheiten zukommen lies. Dieser Bürgermeister missbrauchte auch sein Amt und mischte sich in Vereinsangelegenheiten ein.“

Unstimmigkeiten wurden  immer größer und lauter

Laut Helga Pelzmann mutierten einige Ungereimtheiten zu einem „Riesengeschwür“: „Da manche im damaligen Vorstand die Macht an sich reißen wollten, mussten im gleichen Zuge mehr als zehn sehr aktive Personen den Verein in Unwürden verlassen, beziehungsweise wurden wortwörtlich rausgeschmissen. Ohne, dass sich diese Personen etwas zuschulden kommen ließen.“

Vizebürgermeister Werner Kemetter, der dem Verein angehört, wollte sich zu den Vorwürfen nicht wirklich äußern: „Mir ist wichtig, dass im Verein wieder Ruhe eingekehrt ist und die Kameradschaft im Vordergrund steht.“

Bürgermeister Franz Hoanzl ist über die Vorwürfe erzürnt und zieht sogar eine Klage in Betracht: „Ich wehre mich mit aller Vehemenz gegen diese Angriffe. Wir haben eine weiße Weste und vertreten das auch. Wir haben nichts missbraucht, das hat auch eine Überprüfung seitens des Landes gezeigt. Ich habe als Bürgermeister nur vermittelt und nicht in vereinsinterne Angelegenheiten eingegriffen.“

Weiters äußert sich Helga Pelzmann über ein in der BVZ veröffentlichtes Foto mit Marketenderinnen und Stabführer Kemetter erbost: „Zu dem Marketenderinnenfoto in der der BVZ finde ich es eigentlich abartig, sich so medial zu vermarkten, da ich selbst mehr als 16 Jahre als Marketenderin tätig war. Wahrscheinlich sind die Leistungen der letzten Jahre einfach im Musikverein Neusiedl gelöscht worden. Dieses Foto lässt den Musikverein in einem Licht erscheinen, das nicht stimmt. Es präsentiert sich der vor einigen Jahren als Stabführer und Obmann zurückgetretene Ehrenobmann Kemetter als Mann, der den Musikverein wieder mal rettet, selbst aber mit großer Abwesenheit glänzte und ohne Unterstützung für den damaligen Vorstand gewirkt zu haben.“ Laut Pelzmann grenze es an „Lächerlichkeit, wie man diesen Verein der Bevölkerung gegenüber präsentiert“. Statuten seien nicht eingehalten worden und auch die Vereinskassa soll bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung nicht freigegeben worden sein. „Stattdessen wurde einer der damaligen Kassaprüfer ohne einen driftigen Grund, aus dem Verein geworfen“, kritisiert Pelzmann.