Erstellt am 11. März 2015, 08:24

von Michael Pekovics

Nässe stört Wiesen. Bürgermeister ärgert sich über "Vernachlässigung der Wiesen". Experten verteidigen Vorgangsweise: "Es geht ums ganze Ökosystem."

Ärgernis. Bürgermeister Gerhard Schrantz (ÖVP) will, dass die Wiesen besser bewirtschaftet werden.  |  NOEN, zVg
Die Schachblume ist vom Aussterben bedroht und hauptsächlich im Gemeindegebiet von Heiligenbrunn zu finden. Bürgermeister Gerhard Schrantz (ÖVP) fürchtet nun um dieses Naturjuwel, weil die Wiesen seiner Meinung nach nur schlecht bewirtschaftet werden: „Das Land ist dafür verantwortlich, kümmert sich aber nicht. Viele Heuballen aus dem Vorjahr liegen noch immer herum.“ Schrantz befürchtet, dass „wir heuer keine Schachblumen sehen werden“ und schlägt vor, eine Fläche versuchsweise biologisch zu düngen, um das Wachstum anzuregen.

Letzteres wäre auch für Brigitte Gerger (Verein Wieseninitiative) wünschenswert, allerdings sei das nicht möglich, weil das Ausbringen von Dünger in einem Naturschutzgebiet per Verordnung verboten ist.

„Saubere Pflege ist einfach nicht möglich"

Eine „saubere Pflege“, wie es sich Schrantz wünscht, sei aber nicht möglich: „Das geht nicht in einem Schutzgebiet. Wir können das Heu auch nicht wegräumen. Fährt jetzt ein Traktor hinein, hinterlässt er ein Schlachtfeld, weil es so feucht ist.“ Laut Gerger sei die nasse Witterung in den vergangenen Monaten ein Problem für die Wiesen und auch für die Schachblume, aber: „Sobald alles trocken ist, wird das Heu weggeräumt.“

Ähnlich argumentiert auch die zuständige Abteilung im Land: „Wir konzentrieren uns nicht nur auf eine Blumenart, sondern auf das ganze Ökosystem und versuchen, die Eingriffe in die Natur durch eine extensive Bewirtschaftung möglichst gering zu halten.“