Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Heincz: „Bezirksgericht wird nicht zugesperrt“. JUSTIZ / Laut Richter Günther Heincz bleibt das Bezirksgericht erhalten. Er muss aber mit November in den Ruhestand gehen.

Das Bezirksgericht in Güssing, wie auch in anderen Bezirken bleiben bis auf weiteres erhalten. BAUMGARTNER  |  NOEN
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VON SARAH BAUMGARTNER

GÜSSING / Günther Heincz, Richter und Leiter des Bezirksgerichts Güssing, geht per 30. November in Pension. Seine Stelle wird im September ausgeschrieben. Das müsste dann eigentlich heißen, dass die Diskussionen rund um die Zusammenlegung der Gerichte Geschichte sind. Heincz bestätigt: „Mich hat der Protokollchef vom Justizministerium besucht und dieser hat mir bestätigt, dass das Bezirksgericht in Güssing mit absoluter Sicherheit in den nächsten Jahren nicht geschlossen wird – und auch sonst keines im Burgenland.“ Mehr dazu lesen Sie auf Seite 3.

Geleitet wird das Gericht in Güssing derzeit vom zweiten Richter Eggenberger, weil sich Heincz im Krankenstand befindet. „Ich hatte beim Umstieg vom Rollstuhl ins Auto einen Unfall und habe mich am Knie schwer verletzt“, erzählt Richter Heincz. Ab 5. August ist er wieder im Verhandlungssaal im Einsatz, im Dienst ist er aber auch während seines Krankenhausaufenthalts in Fürstenfeld. „Dreimal in der Woche werden mir Akten gebracht. So kann ich zwar keine Verhandlungen führen, bin aber zumindest völlig am Laufenden und die Parteien haben keinen Schaden durch die Verzögerung.“

Bis September muss der 65-Jährige noch ein Eisengestell am linken Bein tragen, danach sit er sich auf Rehabilitation. „Ab 12. Oktober bin ich wieder eineinhalb Monate im Gericht und mit 30. November muss ich meinen Ruhestand antreten.“ Er würde auch gerne länger als Richter verhandeln, darf aber laut österreichischem Recht nicht. „Es gibt keine Möglichkeit der Verlängerung. Man muss mit Ende des Jahres, in dem man 65 Jahre wird, in Pension gehen – ab 2014 sogar einen Monat nach dem 65. Geburtstag“, erzählt der am längten dienende Richter Österreichs.

Bereits 43 Jahre, davon 40 Jahre als Richter, ist Günther Heincz im Dienst der Justiz. „Mit 22 Jahren (1969) war ich mit dem Studium fertig. Ab 1972, genau vor 40 Jahren, habe ich in Oberpullendorf als Richter begonnen. Ab 1984 – also seit 28 Jahren – bin ich am Güssinger Gericht tätig“, so der Jurist, der schweren Herzens Abschied von seiner beruflichen Tätigkeit nimmt.