Erstellt am 08. Februar 2012, 00:00

Hotel: AMS wusste nichts. SCHLIESSUNG / Seit vergangenem Freitag hat das Life-Resort Jennersdorf seine Pforten geschlossen. Wie es nun mit dem Hotel weitergehen soll, ist bislang noch unklar.

VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Bereits in der vergangenen Woche berichtete die BVZ über die derzeit angespannte finanzielle Lage des Betreibers und dass die Mitarbeiter noch immer auf ihr Dezembergehalt warteten. Mit den Worten „Leider müssen wir Sie in Kenntnis setzen, dass der Hotelbetrieb des LifeResort Loipersdorf ab dem 3. Februar eingestellt wird“, bat das LifeResort-Team am 3. Februar per E-Mail um „Verständnis“. Der Hotelbetreiber, die „Gemeinsam statt einsam“ Pflegehotel GmbH mit Sitz in Pirka, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wie es nun mit dem Hotel weitergehen soll, ist unklar. Am vergangenen Freitag fand abermals eine Betriebsversammlung mit den Mitarbeitern des Hotels statt.

Die Arbeiterkammer hält sich mit Informationen zurück. AK-Jennersdorf-Leiter Karl Lang wollte keine Stellungnahme abgeben. AK-Regionalstellenleiter Edmund „Jimmy“ Artner gab sich ein wenig auskunftsfreudiger: „Die Beschäftigten des Hotels sind informiert. Die Dezembergehälter wurden noch nicht ausbezahlt.“ Einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hat es laut Artner bis Montagabend (Redaktionsschluss) nicht gegeben. Von den 44 Angestellten haben sich bislang nur sechs Personen beim AMS arbeitslos gemeldet. „Wir haben auch zum Betreiber noch keinen Kontakt. Von ehemaligen Mitarbeitern haben wir erfahren, dass die restlichen Mitarbeiter über einen Insolvenzausgleichsfond bezahlt werden sollen. Ob dies stimmt, kann ich nicht beurteilen“, erzählt AMS-Jennersdorf-Leiter Harald Braun.

Obwohl im Life-Resort mehr als 25 Personen beschäftigt waren, gab es kein Frühwarnsystem. „Im Normalfall verständigt uns eine Firma rund 30 Tage vor der Schließung. Dort wird auch der Zeitrahmen festgelegt, indem die Kündigungen erfolgen sollen. Dies alles war nicht der Fall“, so Braun. Der dafür einzig mögliche Grund ist laut Braun, dass „einigge Mitarbeiter den vorzeitig berechtigten Austritt wahrgenommen haben, weil die Gehälter nicht bezahlt wurden“.

Wirtschaftlichkeit war laut  Bürgermeister zu gering

Schockiert, aber weniger überrascht zeigt sich Bürgermeister Willi Thomas, der meint: „Die Bank hat die Wirtschaftlichkeit im Betrieb nicht mehr gesehen, obwohl die Auslastung gut war. Der Betreiber hatte zu wenig Kapital. Meiner Meinung nach wird alles auf ein Insolvenzverfahren hinauslaufen.“