Erstellt am 06. Februar 2013, 00:00

Hoteliers fordern Reformen. Tourismus / Der Bezirkstourismusverband steht auf der Abschussliste der vier großen Hotelbetreiber aus Stegersbach. Vor allem die zu große Verwaltung wird entschieden kritisiert.

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Von Carina Ganster

BEZIRK GÜSSING / Der Tourismusverband bekommt zu wenig Geld und die Strukturen im burgenländischen Tourismus seien zu verwirrend – mit diesen Argumenten rufen die vier Stegersbacher Hoteliers Johann Haberl (Larimar), Peter Koglbauer (Falkensteiner Balance), Karl Reiter (Allegria) und Josef Puchas (Puchas Plus) lautstark nach Reformen.

Während Haberl, Koglbauer und Puchas die Ebene des Bezirkstourismusverbandes einsparen wollen, um die Verwaltung zugunsten der Hotels zu verschlanken, ist Karl Reiter – gewohnt frontal – noch ein wenig radikaler auf Reformkurs. „Zwei Ebenen sind genug. Ein Verband auf Landesebene und starke Ortstourismusverbände sind genug. Nur dann kommt das Geld auch dort an, wo es gebraucht wird, bei den Betrieben und in weiter Folge beim Kunden“, sagt Reiter. Doch wie sollen diese Reformen umgesetzt werden? Auch da haben sich die Hoteliers bereits am Muster der Gemeinde Stegersbach konkrete Gedanken gemacht. „Von rund 300.000 Euro Ortstaxe wird im Burgenland das Geld an Landesverband, Gemeinden, Bezirksverband und den örtlichen Verbänden aufgeteilt. Wir wollen, dass das Geld im Ort bleibt, da muss man eben eine Ebene einsparen und das kann nur der Bezirksverband sein“, meint Haberl, der auch die gemeinsame Vermarktung der Region anspricht. „Wäre es nicht sinnvoller, gemeinsam mit der Steiermark, Niederösterreich und dem Burgenland das österreichische Thermenland als Plattform zu bilden?“, wirft Haberl in dem Raum. Wenig begeistert von den Vorschlägen der vier Touristiker zeigen sich Tourismusdirektor Mario Baier und Bezirksobmann Gilbert Lang. In der aktuellen Diskussion gehe es einerseits um die Organisationsentwicklung in den Regionen und andererseits um die Mittelaufteilung nach dem Tourismusgesetz, meinen Lang und Baier im Tenor:

Tourismus: Neues  Gesetz ist in Planung

„Beides sind Bestandteile des Strategiepapiers und Schwerpunkte in der aktuellen Planung. Hier sind Ideen und Erfahrungen aller Touristiker gefragt, die selbstverständlich alle einfließen werden. Wann die neue Organisationsstruktur von Burgenland Tourismus präsentiert wird, ist im Moment schwer abzuschätzen. Bis dahin wird es sicherlich noch viele Diskussionen und Äußerungen geben“, sagt Baier abschließend.

Stratege an der Flipchart-Tafel. Larimar-Hoteldirektor Johann Haberl mag es handfest und zeichnete im Rahmen einer Pressekonferenz die von den

Hotelchefs geforderte Struktur des Tourismusverbandes auf. Ganster