Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Hubschrauberlandeplatz regt auf. KASERNENAUSBAU / Mit der neuen Kaserne kommt auch ein neuer Hubschrauberlandeplatz. Einige Bewohner befürchten viel Lärm, das Bundesheer jedoch beruhigt.

Der Hubschrauberlandeplatz soll hinter der Kaserne platziert werden. Die Anrainer von Ludwigshof sind über dieses Vorhaben beunruhigt.  |  NOEN
x  |  NOEN

VON SARAH WAGNER
GÜSSING / Rund um den Kasernenbau gibt es weitere Aufregung seitens der Bürger der Stadt Güssing. Die Änderung des digitalen Flächenwidmungsplanes im Ausmaß von 42 Hektar in „BS-Kaserne, HS“ – was soviel heißt wie Hubschrauberlandeplatz – sorgt vor allem bei den Anrainern in Ludwigshof für Unmut. Anrainer Christian Holler ist beunruhigt: „Direkt am Industriegebiet soll ein Hubschrauberlandeplatz errichtet werden, das hat niemand gewusst. Man stellt die Bürger einfach vor vollendete Tatsachen. Das ist typisch dafür, wie in Güssing mit der Bevölkerung umgegangen wird.“

Laut Gutachten des Raumplaners hat „die Umwidmung keine Auswirkungen auf die Umwelt“, „keine negativen Auswirkungen auf Natur und Landschaft“ und „keine negativen Auswirkungen auf die Nachbarschaft“. Somit ergibt sich, dass laut Gutachter „eine Umweltprüfung … nicht erforderlich“ ist.

Güssings Bürgermeister Peter Vadasz kann die Aufregung nicht verstehen: „Der Hubschrauberlandeplatz ist ein Teil des Kasernenausbaus. Man kann nicht anfangen, jeden Teil einzeln zu bewerten. Ein Hubschrauberlandeplatz gehört einfach dazu, dabei handelt es sich um eine Infrastruktur, die das Heer braucht.“

Holler hofft nun auf die Einbringung einer sogenannten Erinnerung bei der Stadtgemeinde. „Wenn niemand Einwände einbringt, ist die Umwidmung rechtsmäßig, daher werde ich eine Erinnerung einbringen.“ Vadasz stellt klar: „Bürger haben keine Parteistellung. Jedermann darf eine Erinnerung einbringen. Damit kann derjenige sagen, dass er nicht einverstanden ist, aber mehr nicht.“

Dass mit dem Landen und Starten eines Hubschraubers Lärm entsteht, bestreitet Vadasz nicht. Was dieser Lärm für den Ausbau des Aktivparks bedeuten würde, kommentiert der Stadtchef so: „Die Verantwortlichen des Aktivparks haben von Anfang an gewusst, dass es in Güssing eine Kaserne gibt und es auch weiterhin eine geben wird“, und fügt hinzu: „Außerdem ist nicht zu erwarten, dass der Hubschrauber den ganzen Tag landen und starten wird.“

Thomas Erkinger,  Kommandant vom Jägerbataillon 19, nimmt der Aufregung den Wind aus den Segeln: „Es gibt keinen Grund dafür. In jeder Kaserne gibt es üblicherweise einen Hubschrauberlandeplatz. In Güssing werden aber keine Hubschrauber stationiert. Wenn sich vielleicht ein Minister entschließt, mit dem Hubschrauber anzureisen, wird einer landen, aber sonst nicht. In Güssing sind grundsätzlich keine Landungen vorgesehen.“ Die bis zum Baubeginn täglich stattgefundenen Landungen in Güssing dienten dem Assistenzeinsatz, der aber Ende 2011 auslaufen wird.