Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

In Haft wegen Hunden. Hundehalteverbot nicht eingehalten / Weil sie die Auflagen nicht erfüllte, muss eine Hundebesitzerin eine 36-tägige Verwaltungsstrafe absitzen. Die 30 Hunde wurden in Tierheim gebracht.

Von Carina Ganster

STEINFURT / Große Aufregung herrschte im kleinen Stremer Ortsteil. Eine Hundehalterin hat rund 30 Hunde über viele Jahre hinweg unter äußerst fragwürdigen Bedingungen und zum Leidwesen der Nachbarn gehalten. Des Öfteren kam es zu Auseinandersetzungen mit der Bevölkerung und zu unzähligen Anzeigen. Immer wieder wurden Verwaltungsstrafen gegen die Dame verhängt, da sie „ein bescheidmäßig erlassenes Hundehalteverbot nicht eingehalten hat und die Hunde frei in der Ortschaft herumgelaufen sind“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits.

Vergangenen Donnerstag wurde die Dame dann von der Polizei abgeführt, weil die Verwaltungsstrafen in der Höhe von 1.500 Euro nicht rechtzeitig bezahlt wurden. Insgesamt muss die Südburgenländerin nun 36 Tage in Haft verbringen. Sie wurde von den Beamten ins Polizeianhaltezentrum Graz gebracht. Der Anblick des Anwesens bei Eintreffen der Polizei war kein Schöner. „Die sanitären Zustände waren beängstigend“, meint Dragosits. Laut seiner Auskunft waren die Hunde aber in keinem lebensbedrohlichen Zustand. „Wir hatten zwei Tierärzte mit, die konnten schwere Verletzungen der Hunde ausschließen“, so der Polizeikommandant. Die Hunde seien am Sonntagabend vom Ehemann der verhafteten Frau in ein Tierheim gebracht worden.

Die Frau aus Steinfurt hatte erst kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, als sie in Deutschland mit 14 Vierbeinern im Wagen gestoppt worden war. Unter anderem soll die Behörde wegen Verstößen gegen das Tierhaltegesetz und gegen das Tierseuchengesetz Geldstrafen verhängt haben. Die Polizei erstattet nun Anzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Darüber hinaus ermittelt das Landeskriminalamt in Oberwart wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und der Untreue. Die Frau wird verdächtigt, mit falschen Impfzeugnissen ihre Abnehmer getäuscht und geschädigt zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.