Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

Investieren einmal anders: 20 Prozent Rendite sind fix. VERWALDUNG / Mit einem originellen Finanzierungsmodell werden Schafherden durch den Kauf von Anteilsscheinen vergrößert.

Die Pinktaler Weinstraße zählt zu den Perlen im Naturpark Weinidylle. Doch hinter so manchem Kellerstöckl ist der Weingarten längst verschwunden. Wo früher die Rebstöcke standen, wuchert heute Gestrüpp. Grasende Schafherden sollen mithelfen, um der Verwaldung entgegen zu wirken. FOTOS: ZVG  |  NOEN

VON SARAH BAUMGARTNER

REGION / Zwei junge Landwirte beweiden mit ihren Schafherden die steilen Flächen entlang der Pinkataler Weinstraße, im Naturpark in der Weinidylle, die mit Maschinen teilweise gar nicht oder nur schwer zu bearbeiten sind. Der Naturpark mit Obmann Peter Schlaffer und die Organisation „Berta“ mit Brigitte Gerger mit den Landwirten hatten eine ganz besondere Idee, um den Ausbau der Schafherden von Daniel Ernst aus Moschendorf und Julia und Alexander Elpons aus Bilden zu forcieren: Es werden Anteilsscheine an Schafherden ausgegeben.

Und so funktioniert es: Mit 50 Euro kann man mithelfen, die Herde aufzustocken. Das Geld erhält man mit 20 Prozent Verzinsung in den nächsten drei Jahren in Form von Weidefleisch zurück (je zwei Kilogramm Weidelammfleisch, beziehungsweise 1,7 Kilogramm zertifiziertes Biolammfleisch vom Krainer Steinschaf, in drei aufeinanderfolgenden Jahren). Die Vorteile erklären die Verantwortlichen folgendermaßen: „Mit dem Weidelammanteilsschein erhalten die ,Investoren‘ garantiert natürlich gefüttertes Weidefleisch aus der Region, das Geld erfährt eine Verzinsung, die derzeit auf keiner Bank zu bekommen ist. Die Käufer können die Herden auch gerne besuchen.“

Nach Einzahlung von 50 Euro auf das Konto des Naturparkes in der Weindylle (Kontonummer 200804443, BLZ 33027) erhalten die Investoren ihren Herdenanteilsschein, auf dem die jeweiligen Fleischabgaben vermerkt werden. Die Ausgabe des Fleisches erfolgt nach Voranmeldung an den Schlachtterminen Mitte August bis Mitte Oktober im Weinmuseum Moschendorf.

Am 18. August findet im Weinmuseum das 1. Weidelammfest statt. Inhaber der Anteilsscheine können ihr Fleisch gleich mitnehmen. Bisher wurden zwar erst elf Anteilsscheine verkauft, Gerger betont jedoch: „Das Interesse ist sehr groß und ich habe zirka 50 E-Mails beantwortet und Detailinformationen zum Projekt verschickt. Ich rechne schon damit, dass noch einige dazukommen werden. 120 könnten wir heuer maximal ausgeben – und nächstes Jahr aufstocken, wenn das Interesse anhält.“ Die Anfragen kommen aus ganz Österreich. „Nach Wien werden wir eine oder zwei Lieferungen pro Jahr einrichten können, aber nach Graz und Tirol wird es leider nicht möglich sein“, erläutert die Projektkoordinatorin Gerger.