Erstellt am 22. Januar 2014, 23:59

von Michael Pekovics

Jäger gegen Bauer. Jäger zeigte Bauer wegen Wasserentnahme an. Postwendend folgte Anzeige wegen Besitzstörung: Bauer zahlte 4.000 Euro.

Von Michael Pekovics

BEZIRK / Der kuriose Streit zwischen einem Jäger und einem Bauern (beide sind der BVZ bekannt) begann schon im Frühjahr 2012. Da beobachtete der Jäger nämlich, wie der Landwirt Wasser aus einem Bach abpumpte.

Dafür hatte der Bauer laut Angaben des Jägers einen Bewässerungsgraben verbreitert und dort Wasser aufgestaut. „Er hat den Graben vergrößert und von dort abgepumpt, das ist sicher ein Jahr so gegangen – und das, obwohl dort alles Wasserschutzgebiet ist“, sagt der Jäger im Gespräch mit der BVZ.

Jäger ging zu Behörde – und bekam Anzeige

Der Jäger meldete den Vorfall bei der Bezirkshauptmannschaft Güssing, schließlich müsse er seiner „Pflicht zum Schutz der Natur nachkommen“, wie sein Anwalt einige Monate später in einer vom Gericht verlangten Stellungnahme begründete.

Der Landwirt zeigte den Jäger nämlich seinerseits wegen Besitzstörung an, weil er vom Bewässerungsgraben auch Fotos gemacht und diese an die Bezirkshauptmannschaft weiter geleitet hatte. Der Jäger gab zwar an, dass er beim Fotografieren nur am Nachbargrundstück gestanden war, aber laut dem Gutachten eines Sachverständigen können die Bilder nur am Grund des Landwirts gemacht worden sein.

Die Konsequenz für den Jäger: Er wurde rechtskräftig verurteilt und muss Strafe sowie die Gerichtskosten bezahlen – laut seinen Angaben 4.000 Euro. „Als Jäger fühle ich mich dazu verpflichtet, die Natur zu schützen. Aber diese Strafe hat mir gezeigt, dass es manchmal vielleicht besser ist, weg zu sehen, weil einem das sonst teuer zu stehen kommen kann.“

Wiederholte Auseinandersetzungen

Der Wiener Anwalt Johannes Stieldorf, er vertrat den Landwirt in diesem Fall, sieht die Sachlage anders: „Meines Wissens ruht das Verfahren bezüglich der angeblich illegalen Wasserentnahme. Was allerdings von der Behörde verfolgt wurde, ist, dass ein angelegtes Sammelbecken die laut Wasserschutzgesetz maximale Tiefe etwas unterschritten hat.“

Für Stieldorf geht es bei diesem Fall auch um „voran gegangene wiederholte Auseinandersetzungen zwischen den örtlichen Jägern und meinem Mandanten.“

An der BH Güssing ist die neue Leiterin Nicole Wild für den Fall zuständig, sie wollte aber mit dem Hinweis auf „ein laufendes Verfahren“ keine Stellungnahme abgeben.