Erstellt am 04. März 2015, 09:44

von Carina Ganster

Flüchtlinge: Stadt und Land im Zwist. Güterwegbauhof hätte laut Stadt eigentlich verkauft werden sollen. Zusätzlich kommt eine Flüchtlingsfamilie in die Arche.

Der alte Güterwegbauhof soll künftig die Heimat von 20 Flüchtlingen werden. Die Stadtgemeinde wollte das Areal aber verkaufen.  |  NOEN, Ganster
In der Stadt entstehen derzeit in zwei Objekten Unterkünfte für Flüchtlinge. In der Arche entsteht derzeit ein Platz für eine Kriegsflüchtlingsfamilie. Die Gemeinde war laut Bürgermeister Willi Thomas in dieses Projekt von Beginn an eingebunden. Kritik hingegen gibt es gegen das Vorgehen beim Güterwegbauhof, wo bis zu 20 Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

„Verlangen vom Land dringend nähere Infos“

Das Objekt ist Eigentum der BELIG und hätte noch in diesem Jahr an einen Wohnbauträger verkauft werden sollen.

„Wir verlangen vom Land dringend nähere Informationen über das Vorhaben am Güterwegbauhof. Dass der Bauhof jetzt sogar schon umgebaut wird, ist für uns nicht akzeptabel. Es fehlt die Bauanzeige und die Stadtgemeinde hat somit keine Baufreigabe erteilt“, verlautbart Thomas.

„Stehen zu menschlicher und politischer Verpflichtung“

Auch SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder findet das Vorgehen der BELIG nicht korrekt. „Speziell in diesem Fall muss die Gemeindevertretung und auch die Bürger informiert werden. Nur bei rechtzeitiger Information kann die Bevölkerung aufgeklärt werden und mögliche Ängste genommen werden. Auch das Burgenland hat seine Asylquote zu erfüllen, wenn private Personen zu wenig Quartiere zu Verfügung stellen, müssen landeseigene Immobilien herangezogen werden. Für eine vernünftige Integration ist die Unterbringung in Kleingruppen wesentlich vorteilhafter“, sagt Hirczy-Hirtenfelder.

„Wir stehen zu unserer menschlichen und politischen Verpflichtung, Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu müssen aber alle an einem Strang ziehen“, erklärt Bürgermeister Willi Thomas.

Der zuständige Landesrat Peter Rezar war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Die FPÖ spricht sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in „dicht besiedelten Wohngebieten ohne Befragung der Anwohner aus“, sagt FPÖ-Gemeinderat Michael Kristan.