Erstellt am 19. Dezember 2012, 00:00

„Kino ist nicht ersetzbar“. Kultur /  Frank Hoffmann, der mit seiner Kinovorschau „Trailer“ im ganzen Land bekannt war, wird ab Jänner als Filmexperte im Kinoformat „Lichtspiele“ auf „Servus TV“ zu sehen sein.

 |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

GÜSSING / BVZ: Trailer war Kult. Was wird die neue Sendung den Filmbegeisterten heute bieten?

Frank Hoffmann: Schade, dass eine Sendung wie Trailer erst „Kult“ wurde, als sie bereits abgesetzt war. Aber das teilt sie ja mit vielen kulturellen Ereignissen. Um die Bedeutung des Mediums Film mache ich mir große Sorgen. Das Internet und die Bequemlichkeit eines beachtlichen Teils des Publikums sprechen nicht unbedingt für die erwartbare Wertsteigerung des Kinos. Deshalb möchte ich bei „Lichtspiele“ dazu beitragen, dass die Begeisterung für den Film zumindest nicht abnimmt.

BVZ: Wird sich diese Sendung dann überhaupt etablieren?

Hoffmann: Wir werden unser Möglichstes tun, um unsere Begeisterung am Kino bzw. Film auf die ZuseherInnen zu übertragen. Hervorragende Filme gibt es ja heute wie gestern und durch technische Innovationen auf dem Kamera-, Akustik- und Abspielsektor ist der Film ja heute noch brillanter als vor Jahren. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, ins Kino zu gehen. Dafür werden wir die Entscheidungshilfen geben. Kino ist ein nicht ersetzbares Gemeinschaftserlebnis. Das ist wie beim Fußball. Zu Hause vor dem Bildschirm oder mit Freunden im Stadion. Beides probiert, kein Vergleich!

BVZ: Mittlerweile weiß man: es gibt Filmschaffende im Burgenland. Das war’s aber auch schon, oder? Wie sehen Sie das?

Hoffmann: Ich denke, dass es eine kluge Entscheidung war, das Jahr 2012 zum „Jahr des Burgenländischen Films“ zu erklären. Damit wurde die Aufmerksamkeit auf ein Stück burgenländischer Kultur gerichtet, das bis dahin im Dornröschenschlaf lag. Dabei gab und gibt es eine ganze Reihe von herausragenden burgenländischen Filmemachern.

 

BVZ: Nach welchen Kriterien wählen Sie einen Film aus und wie wichtig sind Filmkritiken?

Hoffmann: Meine Präferenz sind Filme, die ausschließlich durch die Magie von herausragenden DarstellerInnen getragen werden. Technischer Firlefanz als Trägermedium eines Films ist mir ein Graus - ausgenommen dabei: animierte Zeichentrickfilme. Die Meinung eines Einzelnen ist eben die Einzelmeinung einer Person, die - wie wir bei „Lichtspiele“ - unter Quoten-Beurteilung steht und dafür das Entsprechende tut. Geniales Beispiel: Der sogenannte Kritiker-Papst Marcel Reich-Ranicki, diese schnarrende „Pythia“ der deutschen Literatur, war auch dann noch ein TV-Ereignis, wenn man seine Beurteilungen für absolut verzichtbar gehalten hat.