Erstellt am 22. Oktober 2013, 13:11

Koch geht und plant jetzt „Riesenprojekt“. Ökostadt / Koch zieht sich zurück. Gläubiger stimmen Sanierungsplan für Kraftwerk zu. Stadt sucht Partner für Anteile an der Fernwärme.

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Von Michael Pekovics

GÜSSING / In den vergangenen Tagen überschlugen sich in der Ökostadt Güssing die Ereignisse an verschiedenen Fronten, die aber alle zumindest teilweise miteinander zu tun haben.

Für Aufsehen hat der Rückzug von Reinhard Koch als Geschäftsführer des Biomassekraftwerks gesorgt. Im Zuge dieses Rücktritts hat Koch auch seine Funktionen als Geschäftsführer der CARE-Töchter Bio SNG und Güssing Renewable Energy zurückgelegt, er bleibt aber weiterhin Geschäftsführer des EEE und der Biogasanlage Strem. „Wenn ich mich nicht vom Kraftwerk verabschiedet hätte, wäre es nicht gerettet worden“, sagt Koch. Er bestreitet aber, dass die Trennung von Kraftwerk-Eigentümer Michael Dichand im Streit erfolgt ist: „Nein, nein – da gibt es keine Unstimmigkeiten.“ Im Gespräch mit der BVZ hat Koch jedenfalls schon wieder große Visionen, aber: „Ich arbeite derzeit an einem riesigen Projekt im Bereich der Erneuerbaren Energie. Mehr kann ich noch nicht dazu sagen, aber es wird etwas in und für die Region sein.“

Sanierungsplan agenommen

Dichand hält jetzt 99 Prozent am Kraftwerk, der Rest gehört der Energie Burgenland, die aber bereits Bereitschaft signalisiert hat, diesen Anteil abzugeben. Am Montag wurde am Landesgericht Eisenstadt der Sanierungsplan für das im Juli pleite gegangene von den Gläubigern angenommen, sie erhalten 30 Prozent ihrer offenen Forderungen. Damit sind sowohl sieben Arbeitsplätze als auch die Energieversorgung der Stadt – der Großteil der Wärme des Kraftwerks geht an die Fernwärme – gesichert.

Laut Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) gibt es derzeit Gespräche mit der Energie Burgenland über eine mögliche Beteiligung an der Fernwärme. „Mittelfristig peilen wir eine Beteiligung eines Partners an, damit wir als Gemeinde bei größeren Investitionen nicht alleine dastehen“, begründet Knor. Bei der Energie Burgenland bestätigt Pressesprecherin Alexandra Reimann „Gespräche, aber jetzt müssen wir natürlich zuerst technisch und wirtschaftlich prüfen“.