Erstellt am 25. November 2015, 04:58

von Michael Pekovics

Am Ende siegt Menschlichkeit. Michael Pekovics über die Folgen der Flüchtlingskrise und die Auswirkungen auf die Gemeinden.

Der Bezirk Oberwart ist Vorreiter, was die Unterbringung von Flüchtlingen betrifft (rund 500) – und schafft trotzdem die vom Bund geforderte Quote von 1,5 Prozent (rund 800) nicht. Erst wenn der Bezirk oder eine Gemeinde darüber liegt, verliert der Bund das Durchgriffsrecht.

Auch die Bezirkshauptstadt hinkt weit hinterher, doch jetzt gibt es Bemühungen, rund zehn Familien in von der Diakonie gemieteten OSG-Wohnungen unterzubringen. Damit wäre Oberwart zwar auch noch nicht „aus dem Schneider“ – für die 1,5 Prozent-Quote wären rund 130 Personen notwendig –, aber ein erster Schritt wäre getan.

In diesem Zusammenhang ist völlig unverständlich, warum sich manche Gemeinden so gegen die Unterbringung von Flüchtlingen wehren. Allein eine untergebrachte Familie zeigt guten Willen und könnte dazu führen, dass der Bund auf der Suche nach Quartieren einen anderen Ort ins Auge fasst. Auffallend ist auch, dass die Ablehnung dort, wo es noch gar keine Flüchtlinge gibt, am größten ist. Sobald die Menschen hinter dem Wort „Flüchtling“ kennengelernt werden, verfliegen nämlich die Vorurteile und die Menschlichkeit siegt.