Erstellt am 29. Februar 2012, 00:00

Arzt entscheidet, nicht das Konto. MICHAEL PEKOVICS über die unfassbare Aufnahmeverweigerung im Krankenhaus Oberwart.

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Laut der Umfrage fürs Gesundheitsbarometer erwarten sich 71 Prozent der Burgenländer eine Verbesserung des Gesundheitswesens. Die Realität dürfte anders sein. Die Kritik am Krankenhaus Oberwart (siehe links) zeigt, dass nicht alles so rosig ist, wie es uns die Politik gern vormachen will. Auch wenn es sich dabei nur um einen Einzelfall handelt, regt die Geschichte jener Frau, der die Aufnahme wegen Schulden von 53 Euro verweigert wurde, zum Nachdenken an. Derzeit regiert der Sparzwang, und davon ist das Gesundheitssystem nicht ausgenommen.

Ist es doch gerade jener Bereich, der die meisten Kosten verursacht – Tendenz stark steigend. Zwar sind wir von Zuständen wie in den USA –  dort kommt es ständig vor, dass Patienten wegen offener Rechnungen abgewiesen werden – noch weit entfernt. Dennoch ist die Zweiklassenmedizin in Österreich längst Realität: Ohne Beziehungen und das nötige Kleingeld muss man länger auf Operationen warten. Bleibt zu hoffen, dass die Gesundheitsmanager der Verwaltung nicht noch mehr Mitspracherecht bekommen als sie ohnehin schon haben. Denn ob ein Mensch Hilfe braucht oder nicht, entscheidet der Arzt und nicht der Kontostand.

KOMMENTAR

m.pekovics@bvz.at