Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Ein Auge auf die Mitmenschen. Michael Pekovics über die Verstädterung des Landes und warum Nachbarn wichtig sind. Normalerweise kennt man Meldungen wie „Leiche erst nach Wochen gefunden“ nur aus Großstädten wie Wien.

Normalerweise kennt man Meldungen wie „Leiche erst nach Wochen gefunden“ nur aus Großstädten wie Wien. Dass solche Fälle aber auch bei uns direkt vor der Haustür möglich sind, wurde in der Vorwoche tragisch in Erinnerung gerufen. Wenn man der Realität ins Auge sieht, so sind die wie Schwammerl aus dem Boden schießenden Wohnblöcke nichts anderes als Wohngebäude in Wien. Vielleicht (noch) nicht in den Dörfern, aber mit Sicherheit in Städten wie Oberwart. Bei Hausbesitzern fällt es auf, wenn man sie einige Tage nicht sieht. Wohnen Menschen aber in Wohnungen, dann wird man deswegen nicht so schnell misstrauisch.

Setzt sich dieser Trend fort, verliert das Land ein Merkmal, das es im Vergleich zur Stadt lebenswerter macht: die Gemeinschaft. Besinnen wir uns also miteinander darauf, ein Auge auf unsere Mitmenschen zu haben – nicht weil wir neugierig sind, was der andere macht. Sondern weil es schöner ist zu wissen, dass man nicht alleine ist, sich beschützt fühlt und sich auf andere verlassen kann. Dazu braucht es aber natürlich Bereitschaft. Fehlt diese, dann kann nur schwer geholfen werden – so wie im aktuellen Fall.