Erstellt am 10. Dezember 2014, 11:19

von Eva-Maria Leeb

Flucht ist kein Freizeitspaß. Eva-Maria Leeb über die Wende im Fall der Flüchtlingsschlägerei in Rechnitz.

Wieder einmal gibt es Wirbel um Flüchtlinge in einer Gemeinde. In Rechnitz hätten diese angeblich unschuldige Einheimische angegriffen. Kaum war der Vorfall bekannt, wurde auch schon mit Stereotypen wie „die kriminellen Ausländer“ oder „die wollen ja nur auf unsere Kosten hier leben“ um sich geworden.

Nun stellt sich die Sache aber plötzlich ganz anders dar. Nicht die „ach so bösen“ Ausländer, sondern die ortsansässigen Männer hätten den Tumult ausgelöst (siehe dazu Seite 12). Laut Aussagen der Flüchtlinge und der Quartiergeberin seien die betrunkenen Männer vor dem Haus gestanden, hätten gegen die Tür geschlagen und ausländerfeindliche Parolen gerufen.

Schaut man sich die Medienberichte der letzten Monate und Jahre an, ist dies leider kein Einzelfall. Gemeinden weigern sich, Flüchtlinge aufzunehmen oder diese werden, wenn sie da sind, von den Einheimischen ausgegrenzt und teilweise auch angegriffen.

All jenen, die immer über die „Flüchtlingsproblematik“ lamentieren sei gesagt: Flucht ist kein Freizeitvergnügen. Hoffentlich kommen wir niemals in die Lage, unsere Heimat wegen politischer Verfolgung verlassen zu müssen.