Erstellt am 11. Mai 2016, 04:34

von Patrick Bauer

Irgendein Signal muss nun folgen. Patrick Bauer über den SV Oberwart und den starken Charakter seiner kickenden Zunft.

Es war der Aufreger der Vorwoche: Die Kicker des SV Oberwart traten wegen ausbleibender Zahlungen kollektiv in einen zweitägigen „Trainingsstreik“, der sich durchaus ausweiten hätte können, wenn der Vorstand am Dienstag nicht beschwichtigend eingegriffen hätte. Dabei kann man erahnen, wie trist die Lage ist, wenn selbst langjährige SVO-Stützen wie Marc Farkas, Christoph Koch, Thomas Herrklotz, Andi Müllner und Co., die dem Verein sehr, sehr nahe stehen, zu solch drastischen Maßnahmen greifen.

So war die Spannung vor dem Duell gegen Rapid II groß. Wie reagiert die Mannschaft? Ergibt man sich seinem Schicksal? Mitnichten, auch wenn es am Ende „nur“ 0:0 hieß, was im Abstiegskampf der Ostliga vielleicht zu wenig sein könnte. Aber wie die Elf von Richard Niederbacher auftrat, bewies eines: Mehr Charakter geht nicht, denn die liefen um ihr Leben, wie schon im gesamten Frühjahr 2016.

Es bleibt eine ganz schwierige Situation, wie bei vielen anderen Vereinen auch, aber ein Signal, in welcher Form auch immer, muss jetzt folgen. Irgendwann werden nämlich all die Liebesbekundungen ein Ende nehmen, wenn man immer investiert und nur wenig zurückbekommt. Der SV Oberwart muss aufpassen, diesen Stamm, der den Verein wirklich im Herzen trägt, nicht zu verlieren. Das wäre schlimmer als jeder verlorene Abstiegskampf in irgendeiner Liga.