Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

Kein Wunder, dass keiner will. MICHAEL PEKOVICS über die Nachwuchsprobleme in den Gemeindestuben.

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Eines wurde im Gespräch mit den südburgenländischen Bürgermeistern deutlich: Viele würden gerne aufhören und nicht mehr kandidieren, können aber nicht, weil es keine Nachfolger gibt. Die deutlichsten Worte fand Johann Wallner (SPÖ), Bürgermeister in Markt Neuhodis: zu viele ungelöste Probleme, zu wenig Rückhalt seitens der Landespolitik, ständige steigende Anforderungen, undankbare Aufgaben – auf der Habenseite steht oft nur die Freude am Engagement für die Gemeinde. Da ist es verständlich, dass sich viele Ortschefs den nicht unbedingt gut entlohnten Job nicht mehr antun wollen. Denn allen Recht machen kann man es nicht, zudem bleibt das Privatleben auf der Strecke.

Erschwerend kommt der generelle Zustand der Politik dazu: Zwar genießen Bürgermeister im Vergleich zu ihren Kollegen auf Landes- oder Bundesebene ein höheres Ansehen, den immer stärker werdenden Vertrauensverlust in die Politik bekommen aber auch sie zu spüren. Schnelle Lösungen für diese Probleme gibt es auf den ersten Blick nicht. Dennoch brauchen wir unsere Ortschefs heute dringender als je zuvor: Als direkt ansprechbare und volksnahe Vertreter der oft abgehoben agierenden „hohen“ Politik.

KOMMENTAR

m.pekovics@bvz.at