Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Kraftwerk: „Letzte Chance“. Pleite / Noch fraglich, ob Unternehmen in Eigenverwaltung oder von Masseverwalter fortgeführt wird. Verbindlichkeiten belaufen sich auf knapp sechs Millionen Euro.

Forschung ade. Weil das Finanzministerium keine Forschungstätigkeit attestierte, bleiben Förderungen aus. Das zwingt Betreiber nun in die Insolvenz. Foto: Archiv  |  NOEN, Mike Sheil
Von Michael Pekovics

GÜSSING / Das Biomassekraftwerk hat massive Probleme. Wie der Kreditschutzverband KSV 1870 mitteilte, wurde in der Vorwoche Antrag auf ein Sanierungsverfahren mit Eigenverantwortung am Landesgericht Eisenstadt gestellt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf knapp sechs Millionen Euro. Laut dem Antrag wird den Gläubigern eine Quote von 30 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, vorgeschlagen.

Als Grund für den Insolvenzantrag nennt Reinhard Koch „die Aberkennung des Forschungsstatus“: „Das Finanzministerium hat entschieden, dass wir seit 2011 eine kommerzielle Anlage und nicht mehr eine Pilotanlage für Forschung sind. Dabei ist die Anlage nie für kommerzielle Zwecke gebaut worden, sondern immer nur zu Forschungszwecken.“ Durch diese Entscheidung werden die Förderungen für 2011 und 2012 – insgesamt 630.000 Euro – nicht ausbezahlt. Außerdem hat die Hausbank Kredite fällig gestellt, womit die Liquidität nicht mehr gegeben ist.

Laut Gerlinde Tuscher, Pressesprecherin der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), wurde nach den geltenden Gesetzen geprüft: „Es kommt immer wieder vor, dass Unternehmen nichts Neues mehr entwickeln und dann ist die Förderung eben weg.“

Nun will der Mehrheitsgesellschafter, die Care Beteiligungsverwaltung GmbH, versuchen, die finanziellen Mittel für den Betrieb und die Sanierungsquote aufzubringen. Laut Koch „die einzige und letzte Chance“: „Wenn das nicht passiert, dann droht der Konkurs.“ Davon wären neun Mitarbeiter betroffen, die derzeit im Biomassekraftwerk beschäftigt sind.