Erstellt am 14. November 2012, 00:00

Kritik an Thermenverkauf. Prüfbericht / Rechnungshof geht mit WiBAG hart in die Kritik. Hätte Land nicht eingegriffen, wäre es zu einem Millionenverlust gekommen. WiBAG verweist auf richtiges Handeln.

Von Carina Ganster

STEGERSBACH / Der Landesrechnungshof hat den Verkauf des Thermenresorts Stegersbach durch die WiBAG an den Tiroler Hotelier Karl Reiter überprüft. Die Kritik im Prüfbericht: Der WiBAG wäre ein Verlust von sieben Millionen Euro entstanden, hätte das Land Burgenland nicht eingegriffen.

Das Thermenresort wurde im März 2008 an Karl Reiter verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Und genau dieser steht im Mittelpunkt der Kritik des Landesrechnungshofes. Im Bericht heißt es nämlich, dass der WiBAG durch den Verkauf ein Verlust in der Höhe von sieben Millionen Euro entstanden wäre, hätte das Land Burgenland nicht ein Darlehen in der Höhe von 5,5 Millionen Euro bedient. Und das, obwohl das Angebot von Reiter — der im Bericht des Rechnungshofes aus rechtlichen Gründen namentlich nicht genannt wird — mit seinem Angebot deutlich über dem Marktwert lag. Allerdings hatte die WiBAG zuvor schon viel Geld in Stegersbach investiert. „Investitionen, die sich nicht im Marktwert widerspiegeln lassen“, steht im Bericht. „Wir sind da anderer Meinung“, sagt WiBAG-Vorstandsdirektor Franz Kast. „Hätte die WiBAG nicht verkauft, würden wir weiterhin Verluste mit der Therme Stegersbach schreiben.“ Deshalb sei der Bericht einseitig geschrieben. „Durch den Verkauf ist der Standort um einiges attraktiver geworden. Wir haben volkswirtschaftlich gehandelt. Wir glauben weiterhin, dass ein privater Betreiber, der laufend investiert, besser für die Therme ist“, meint Kast abschließend.

Der Rechnungshof kritisiert auch, dass die Ausschreibungsfrist anstatt der vorgesehenen zwei Monate nur zwei Wochen dauerte. Weiters stellt der Landesrechnungshof in seinem Bericht fest, dass ein Honorar von 95.000 Euro für die rechtliche Betreuung des Verkaufs der Thermen in Stegersbach und Lutzmannsburg ausbezahlt wurde, obwohl nur Stegersbach privatisiert wurde.

Karl Reiter hingegen verweist darauf, dass er nichts zu verbergen habe. „Schon jetzt hat sich die WiBAG 100 Millionen Euro gespart. Für uns ist es derzeit ein Nullsummenspiel“, meint Reiter. Ob die Übernahme der Therme für ihn ein Geschäft wird, könne er erst in drei Jahren sagen.