Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:03

von Carina Ganster

Kritik an Verteilung: Wirbel um Flüchtlinge. 26 Flüchtlinge wurden in einem Privathaus untergebracht. Ortschef Willi Thomas will davon nichts gewusst haben.

 |  NOEN, Nina Decker
Am vergangenen Montagnachmittag sind 26 Flüchtlinge in Rax angekommen. Untergebracht sind die jungen Männer in einem Privathaus im Dorf, was der Stadtgemeinde insbesondere Ortschef Willi Thomas sauer aufstößt.

Dieser zeigt sich über die Vorgehensweise der Landesregierung verwundert und will von der Unterbringung der 26 Männer nichts gewusst haben, dabei wurde das Thema von SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder in der vergangenen Gemeinderatssitzung angesprochen.

Ortsvorsteher Kropf fordert Klarheit

Jetzt argumentiert der Bürgermeister mit den Baurichtlinien. „Das Einfamilienhaus einer Familie wurde ohne Besichtigung vor Ort für 26 Asylwerber freigegeben. Ich habe lediglich nur die Genehmigung seitens der Baubehörde für maximal zwei Familien bestätigt. Das Land Burgenland wurde bereits dahingehend aufgefordert, diesen Missstand umgehend zu klären“, heißt es von Ortschef Willi Thomas.

Klarheit fordert auch Ortsvorsteher Josef Kropf, der die Kommunikation der zuständigen Behörden kritisiert. „Hätten wir davon gewusst, hätten wir die Bevölkerung informieren können“, so Kropf.

Thomas bestreitet Info durch Darabos-Büro

Die Opposition zeigt sich über das vermeintliche „Nichtwissen“ von Bürgermeister Thomas und Ortsvorsteher Josef Kropf verwundert.

„Fix ist, dass Bürgermeister Thomas vom Land informiert wurde. Das er den Unwissenden spielt, geht auf die Kosten von schutzsuchenden Menschen und das ist mehr als traurig“, sagt SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder. Auch FPÖ-Gemeinderat Michael Kristan spricht von „Rausrederei des Bürgermeisters“ und will ebenfalls, dass das Gebäude erneut überprüft wird.

Seitens des zuständigen Landesrates Norbert Darabos heißt es, dass es am 2. Dezember ein Telefon mit dem Bürgermeister gab, bei dem er zum Thema informiert wurde. Thomas bestreitet das vehement. „Von 26 Flüchtlingen war nie die Rede“, so der Ortschef.