Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Künstler fordern Taten. Kulturzentrum / Kritik von Kulturträgern nach einem Veranstaltungssaal wird lauter. Auch eine Volksbefragung scheint möglich.

Von Carina Ganster

JENNERSDORF / Das Jammer mit dem derzeit nicht vorhandenen Kulturzentrum mag kein Ende nehmen. Zunehmend wird die Kritik der Kulturträger immer lauter, dass es keine geeignete Veranstaltungsmöglichkeit gibt.

J:opera Intendant und Kulturkreisobmann Dietmar Kerschbaum bringt es auf den Punkt: „Die Menschen sind frustriert, weil sie merken, dass in Jennersdorf nichts weitergeht. Es wäre besser, die Verantwortlichen hätten Visionen und keine finnischen Investoren. Das braucht Jennersdorf nicht. Wir brauchen ein Kulturzentrum und einen Wirt, der von der Bevölkerung und auch den Gästen, die nach Jennersdorf kommen, anerkannt wird. Darauf haben die Leute ein Recht, immerhin zahlen wir auch alle Steuern“, sagt Kerschbaum.

„Hätten uns auch ein KUZ verdient“

Auch Bezirkskapellmeister Reinhold Buchas ist der Streitigkeiten rund um das Kulturzentrum überdrüssig und fordert eine Lösung. Die Gemeindeverantwortlichen will er nicht in die Zwänge nehmen, dafür stünde zu viel am Spiel. Das Land Burgenland jedoch sehr wohl. „Alle Bezirke haben ein Kulturzentrum, nur wir in Jennersdorf nicht. Dabei haben wir extrem viele Vereine und tolle Musiker, die sich einen Veranstaltungsort redlich verdient hätten“, meint Buchas. Dietmar Kerschbaum könnte sich sogar eine Volksbefragung im Bezirk Jennersdorf vorstellen, um das KUZ-Problem zu lösen.

„Ich vergleiche diese Stätte immer mit einem alten Parkhaus. Damals waren die Autos kleiner, als heute. Selbst eine kleine Vorstadt im ehemaligen Ostblock hat eine bessere Mehrzweckhalle als wir.“ Der J:opera Intendant bleibt was die Standortfrage anbelangt aber hartnäckig. „Ich will nicht aus Jennersdorf weg, aber wenn ich gezwungen werde, zu gehen, dann muss ich das tun. Wir haben so viel aufgebaut, dass kann man nicht im Stich lassen“, erklärt er.