Erstellt am 08. April 2015, 09:11

Bienen: Imker warnen. Johann Pilz aus Neuhaus am Klausenbach ist neuer Präsident des burgenländischen Bienenzuchtvereins.

Neuer Präsident. Johann Pilz ist künftig Chef aller Imker des Burgenlandes.  |  NOEN, Picasa

Johann Pilz wurde zum neuen Präsidenten des burgenländischen Bienenzuchtvereins gewählt. Der 67-jährige Versicherungsmakler aus Neuhaus am Klausenbach ist künftig Chef von rund 600 Imkereien und 43 Vereinen im Burgenland.

Hauptthema der Generalversammlung war neben der Wahl auch das Bienensterben. Gottfried Wenzel, scheidender Obmann-Stellvertreter brachte die dramatische Lage in seinem Bericht auf den Punkt. „In Burgenlands Gebieten mit intensiver Landwirtschaft steht die Imkerei auf der Kippe.“ Entschieden wandte sich Wenzel dagegen, der Varroamilbe die alleinige Schuld an den dramatischen Bienenverlusten zu geben.

"Schöne Worte helfen uns nicht"

Es sei augenfällig, dass der großflächige Pestizideinsatz zur Schwächung und zum Tod vieler Bienenvölker beitrage: Wenzel: „Ich fühle mich der Wahrheit verpflichtet. Schöne Worte helfen uns nicht. Wenn die Landwirtschaft so weiterarbeitet, geht es in Richtung eines stummen Frühlings,“ sagt Wenzel. Als Vertreter der Landwirtschaftskammer widersprach Tierzuchtdirektor Franz Vuk. Beim Pflanzenschutz gebe es einen gesetzlichen Rahmen, an den sich Landwirte zu halten hätten: „Es wird nicht aus Jux und Tollerei gespritzt.“ Aus Sicht von Vuk tragen viele Faktoren zur Bienensterblichkeit bei. Die Varroamilbe sei die Hauptursache.

Imker Josef Kotzenmacher machte auf die Monotonie der Landwirtschaft in seiner Umgebung aufmerksam, die Bienen kaum noch Nahrung bietet. Jetzt werde zudem noch die Ausrottung der Robinie behördlich betrieben, eine wichtige Futterpflanze für Bienen. Auf Antrag von Gabi Jandl-Gludovacs stimmte die Imkerversammlung für die Erhaltung der Robinien als Nahrungsquelle der Bienen.