Erstellt am 10. Juli 2013, 00:00

Lange Einkaufsnacht: 19 Betriebe angezeigt. Anzeigenflut / Arbeiterkammer zeigte 19 Betriebe an, weil es kein Ansuchen für 22 Uhr gab. Hilfe kommt von der Wirtschaftskammer.

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Von Michael Pekovics

GÜSSING / Die Lange Einkaufsnacht war eigentlich ein fulminanter Erfolg der Wirtschaftstreibenden. Hunderte Menschen bevölkerten die Bezirkshauptstadt, die Geschäftsleute waren großteils zufrieden. Das änderte sich allerdings schlagartig, als insgesamt 19 Anzeigen der Arbeiterkammer eintrafen.

Veranstalter vergaß auf 

Grund dafür ist, dass laut dem Gesetz, das Öffnen im Zuge von Einkaufsnächten bis 21 Uhr gestattet ist. Angesetzt war die Lange Einkaufsnacht in Güssing allerdings bis 22 Uhr. Das ist zwar grundsätzlich möglich, dazu braucht es aber ein eigenes Ansuchen beim Landeshauptmann, das in der Regel auch ohne Probleme positiv erledigt wird. Doch genau auf dieses Ansuchen hat Markus Wolf von „Wirtschaft pro Güssing“ vergessen. „Ja, das stimmt“, bestätigt er im Gespräch mit der BVZ. „Aber zum Glück wurden die Anzeigen nach Einsprüchen schon teilweise eingestellt. Tatsächlich haben nämlich nur drei Betriebe etwas länger als 21 Uhr offen gehabt.“

Laut Auskunft der Arbeiterkammer werden seit 2001 laufend Stichproben durchgeführt: „Für das Strafausmaß ist die Bezirkshauptmannschaft zuständig. Meist geht es um 50 bis 150 Euro. Der letzte Fall, wo wir Anzeigen erstatten mussten, war 2010 in Parndorf.“ Kritik an der Vorgangsweise der Arbeiterkammer kommt vom Pendant, der Wirtschaftskammer. „Die meisten Betriebe haben ohnehin um 21 Uhr zugesperrt, weil kaum noch etwas gekauft wurde“, erklärt Pressesprecher Harald Schermann. „Aus unserer Sicht ist schade, dass man sofort versucht, politisches Kleingeld zu machen und Anzeigen verschickt. Dabei wäre das Ansuchen, auf das vergessen wurde, ohnehin positiv erledigt worden, da gab es noch nie Probleme.“ Die Betriebe werden nun mit einem Musterschreiben unterstützt, mit dem sie Einspruch bei der Bezirkshauptmannschaft erheben können.

Keine Anzeige. Nicht jeder Güssinger Betrieb (im Bild Mitarbeiter der Bäckerei Wolf) wurde angezeigt. Laut Arbeiterkammer handelt es sich um 19 Betriebe, die die „Sperrstunde“ von 21 Uhr überschritten haben.