Erstellt am 08. April 2016, 18:36

von Michael Pekovics

Lizenzentzug: Aus für Güssing Knights!. Heute fand in der Eisenstädter Rechtsanwaltskanzlei Dax & Partner die Pressekonferenz der Admiral Basketball Bundesliga zur „Causa Güssing“ statt.

Güssing Knights: Von der Meisterschaft direkt in den Abgrund.  |  NOEN, APA
Für die Güssing Knights ist im zehnten Jahr in der Admiral Basketball Bundesliga (ABL) das vorzeitige Ende gekommen. Nach der Einleitung eines Insolvenzverfahrens in der Vorwoche war die Frage im Raum gestanden, ob der Verein von Manager und Hauptsponsor Reinhard Koch seine Lizenz behalten kann.



Vor zahlreichen Medienvertretern gab ABL-Präsident Karl Schweitzer am Freitagvormittag die Entscheidung des Lizenz-Entzugs für den amtierenden Meister aus dem Südburgenland bekannt. Die Folgen: Güssing wird nicht mehr an der Meisterschaft teilnehmen, alle bisherigen Spiele werden annulliert.

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"Bei einem Termin am Mittwoch mit dem Masseverwalter und den Vereinsvertretern Reinhard Koch und Manfred Klepeisz wurden neue Informationen ausgetauscht, die zu einem Umdenken beim Masseverwalter geführt haben", sagte Schweitzer. „In einem Schreiben von Donnerstag hat der Masseverwalter dann mitgeteilt, dass aufgrund der umfassenden Informationen für ihn klargestellt ist, dass auf die Einhaltung der von der ABL gegebenen Frist verzichtet wird und auf Basis dieser Entwicklung die Schließung beim Konkursgericht von der Ökostadt Güssing Sport GmbH beantragt wird.“

Die Knights scheiden somit nach 33 von 36 Spieltagen der laufenden Saison aus dem Bewerb aus, das Unternehmen ökostadt wird geschlossen.

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"Für mich als Präsident gibt es angenehmere Tage als diesen, ich habe großen Respekt vor dem was in Güssing in den letzten Wochen und Monaten an Versuchen unternommen wurde, den Verein zu retten. Allerdings belaufen sich die Verbindlichkeiten auf eine derart hohe Summe, dass diese Rettung, trotz aller Bemühungen von Fans, Sponsoren und vieler anderen, nicht ausgereicht hat", meinte Schweitzer.

Er präsentierte bei der Pressekonferenz ein Schreiben, beim dem die Güssing Knights bekannt gaben, die Entscheidung zu akzeptieren und nicht dagegen vorgehen zu wollen. "Wir halten uns an die Bestimmungen, das ist ganz klar", betonte Schweitzer mehrfach vor den anwesenden Medienvertretern.

Sämtliche Ergebnisse des laufenden Spieljahres werden annulliert, sagte Schweitzer. Daraus ergibt sich auch eine neue Tabellensituation, die Redwell Gunners Oberwart führen jetzt vor den Traiskirchen Lions. Auch die Teilnehmer am Play-off stehen bereits fest: Graz hat als Neunter keine Chanc mehr auf eine Teilnahme. In den noch zu spielenden Runden sind noch einige Verschiebungen in der Tabelle möglich.

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Die Güssing Knights könnten als Verein wieder neu starten, allerdings nur in der Landesliga. Für die Teilnahm an der Zweiten Bundesliga wäre ein dementsprechender Antrag und ein positiver Beschluss des Präsidiums notwendig.

Wie viele Vereine in der kommenden Saison in der Admiral Bundesliga spielen werden, steht erst Ende Mai fest. Bis dahin werden nämlich die bereits eingelangten Lizenzierungsunterlagen der anderen Vereine geprüft. "Im Zuge des Lizenzierungsverfahrens werden wir diesmal genauer prüfen als bisher, kündigte ABL-Präsident Schweitzer an.

Er gab auch zu bedenken, dass ein Konkurs mit anschließendem Lizenzentzug im Sport keine Premiere sei: "Aber leider ist es eine Premiere in der Basketball Bundesliga." Rechtliche Schritte anderer Vereine, denen jetzt die Punkte für Siege gegen Güssing abgezogen werden, erwartet er nicht: "Wir halten uns an die Regeln."

Knights hätten sich "gemeinsame Lösung gewünscht"

Die Güssing Knights haben am späten Freitagnachmittag auf ihrer Website und auf Facebook Stellung zum ABL-Abschied wegen des Lizenzentzugs genommen und dabei festgehalten, dass sie sich "von der Liga und den Vereinen mehr Bereitschaft für eine gemeinsame Lösung gewünscht" hätten. Aufgrund des Drucks einiger Clubs sei dies aber nicht möglich gewesen.

"Rechtlich gesehen hatten wir, aufgrund strittiger Statuten, so gut wie keine Möglichkeiten", hieß es in der Stellungnahme weiter. Alle Verantwortlichen hätten alles getan, um das Ruder noch herum zu reißen. "Doch der Rucksack, den wir aufgrund nicht eingehaltener Sponsorenverträge mit uns getragen haben, wurde irgendwann zu schwer."

"Basketball in Güssing muss weitergehen"

Nächster Schritt sei es nun, die Zukunft des Vereins abzusichern. "Basketball in Güssing muss weitergehen", zeigen sich die Knights kämpferisch und wollen "auf jeden Fall gestärkt zurückkommen". "Höchstwahrscheinlich" werde es einen Neubeginn in der Zweiten Bundesliga geben, der zugleich die "Chance für einen Umbruch" biete.

Angekündigt wurde zudem eine "Meisterfeier". Eine solche werde "wahrscheinlich im Zuge eines Landesliga-Play-off-Spieles" stattfinden. Denn, so die Knights in der Stellungnahme: "Wir fühlen uns auch in dieser Saison als Meister!"