Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Lösung in Sichtweite. Biomassekraftwerk / Investoren haben Interesse bekundet, Verhandlungen laufen. Gemeinde hat „Plan B“, um Wärmeversorgung zu sichern, falls es bis zum Winter zu keiner Lösung kommt.

Von Michael Pekovics

GÜSSING / Die Meldung über die angemeldete Insolvenz des Biomassekraftwerks Güssing in der Vorwoche sorgte für internationales Interesse. Kein Wunder, gilt Güssing doch als Mustergemeinde, was den Einsatz und die Erforschung erneuerbarer Energie betrifft. Durch die angemeldete Insolvenz hat dieses Image allerdings gelitten.

„Das war der Auslöser einer ‚Schlacht‘“, formuliert es Kraftwerk-Geschäftsführer Reinhard Koch. „Seitens der Wirtschaft gibt es derzeit massiven Gegenwind gegen die erneuerbare Energie. Wenns der Wirtschaft schlecht geht, dann ist die Umwelt allen wurscht.“ Laut Koch werde derzeit in ganz Europa der Einsatz von erneuerbarer Energie „zurück gefahren“.

Auch wenn diese Entwicklung vielleicht mit ein Grund für die Insolvenz sein könnte, laufen seitens des Masseverwalters Peter Hajek senior die Bemühungen um eine Weiterführung des Kraftwerks auf Hochtouren. „Das Unternehmen selbst hat zwar kein Geld für eine Fortführung zur Verfügung, aber es gibt einen Interessenten, der sich bereit erklärt hat, für die laufenden Kosten aufzukommen“, sagt Hajek im Gespräch mit der BVZ.

Am Montag und Dienstag dieser Woche wurde intensiv verhandelt, um zu einer Lösung zu kommen. Zu Redaktionsschluss war eine solche aber noch nicht in Aussicht. Laut Medienberichten soll der Investor den Gläubigern eine Quote von 30 Prozent angeboten haben – 20 Prozent sofort und zehn Prozent in den kommenden beiden Jahren.

Laut Hajek gehe es jetzt auch darum, dafür zu sorgen, dass die Fernwärme, die ja teilweise mit dem Kraftwerk verbunden ist, die Wärmeversorgung im Winter aufrechterhalten kann. „Die Gemeinde hängt ja, was Energie und Wärme betrifft, vom Kraftwerk ab. Ich glaube aber, dass jeder potenzielle Interessent Interesse daran haben wird, dass die Wärmeversorgung in Güssing gesichert ist.“ Laut Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) gab es bereits Gespräche mit Technikern, wie das Problem der Wärmeversorgung gelöst werden kann. „Wir könnten verschiedene Klappen einbauen, das wäre technisch kein Problem. Vielleicht ist dazu auch ein kleiner Umbau notwendig. Aber wir als Gemeinde haben auf alle Fälle einen ‚Plan B‘ für die Wärmeversorgung der Haushalte.“