Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

Lösungsansätze des Landes „enttäuschend“. VERKEHR / Verkehrskoordinator des Landes präsentierte den „Roter Bus“-Gemeinden neue Konzepte. Diese sind unzufrieden.

Landesrätin Verena Dunst und Verkehrskoordinator des Burgenlandes Peter Zinggl wollen mit den Gemeinden Gespräche führen.WAGNER  |  NOEN
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VON SARAH WAGNER

REGION /  Die SPÖ wartet mit einem neuen Angebot als Ersatz für den „Roten Bus“ auf. Landesrätin Verena Dunst und Verkehrskoordinator des Burgenlandes Peter Zinggl präsentierten Vorschläge und neue Förderungsangebote: „Das Mobilitätsverhalten der Südburgenländer wurde in einer groß angelegten Studie eruiert.“ 650 Telefoninterviews mit Bürgern in zehn Gemeinden (Bildein, Eberau, Großmürbisch, Güssing, Heiligenbrunn, Inzenhof, Kleinmürbisch, Moschendorf, Strem und Tschanigraben) wurden geführt.

Laut Zinggl und Dunst sollen nun mit den Gemeinden die Ergebnisse der Studie evaluiert und bedarfsgerechte Maßnahmen erarbeitet werden. Noch im Juli soll mit den Gesprächen mit den Gemeinden im Bezirk Güssing begonnen werden.

Dorferneuerungsrichtlinien 

 

„Wenn sich beispielsweise eine Gemeinde entschließt, ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten und aus diesem hervorgeht, dass die Anschaffung eines Gemeindebusses und der Betrieb eines solchen eine gangbare Lösung wäre, kann die Ausarbeitung des Konzepts mit bis zu 50 Prozent und die Anschaffung des Busses, in Zusammenarbeit mit der Mobilitätszentrale, ebenfalls mit bis zu 30 Prozent der Nettosumme gefördert werden, mit einer Deckelung von 8.000 Euro. Gemeindeübergreifende Konzepte und Busanschaffungen werden mit 35 Prozent (Deckel bis 12.000 Euro) gefördert“, erklärt Dunst.

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Zinggl stellt klar, dass für die Gemeinden zwei Konzepte in Frage kommen: „Entweder ein liniengebundener Verkehr oder bedarfsgesteuerte Konzepte.“ Gleichzeitig stellt er fest, dass „ein Dorfbus sicher günstiger zu realisieren ist, als der Linienverkehr.“ Die Lösungsansätze des Verkehrskoordinators präsentierte dieser bei der Sitzung des Gemeindeverbandes „Personennahverkehr Pinka- und Stremtal“ am vergangenen Freitag. Für die Bürgermeister Bernhard Deutsch, Peter Schlaffer, Walter Strobl, Walter Temmel, Peter Vadasz ein „enttäuschendes Gespräch“. „Es ist schon bezeichnend, mit welcher Kälte und Hartherzigkeit der zuständige Verkehrsreferent, Landeshauptmann Hans Niessl, das Südburgenland behandelt, während ihm das Geld für den Norden nur so aus der Tasche rinnt! Und auch die notorische Plaudertasche aus Moschendorf lässt uns (wieder einmal!) kläglich im Stich (Anmerkung: Gemeint ist Landesrätin Dunst). Einzig und allein Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl zeigt sich als Helfer in der Not und hat Unterstützung zugesagt. Bleibt als Ergebnis für das Untere Pinka- und Stremtal nur eines: Liebe Gemeinden, helft euch selbst, denn für Hans Niessl seid ihr die vergessene Region!“, so die Ortschefs unisono.

Die ÖVP-Bürgermeister fordern weiterhin einen Zwei-Stunden-Takt. Auf diese Forderung der „Roter Bus“-Gemeinden antwortet Landesrätin Dunst: „Wer mit einem Fiesta nicht zufrieden ist, muss sich den Mercedes selbst bezahlen.“

Lösung fü

r den Sommer  ist beschlossene Sache

 

In den Monaten Juli und August wird es am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils um 8.17 Uhr früh einen Bus von Bildein nach Güssing und um 10.45 Uhr von Güssing nach Bildein geben. Das wurde bei der Sitzung beschlossen. Am Nachmittag gibt es den regulären Bus von Oberwart über Bildein nach Güssing und um 17.45 Uhr einen Retourbus von Güssing nach Bildein. Am Dienstag und am Donnerstag verkehrt der reguläre Bus der Firma Südburg. „Damit gibt es von Montag bis Freitag wieder eine vernünftige Busverbindung von Bildein nach Güssing. Bei Bedarf kann auch das Krankenhaus angefahren werden“, so Verbandsobmann Peter Vadasz. Bezahlt werden die zusätzlichen Kosten (Montag und Freitag) von den fünf Gemeinden. „Als fairer Verhandler hat sich dabei Heinz Krammer von der Südburg erwiesen“, sagt Vadasz abschließend.