Erstellt am 06. Februar 2013, 00:00

Mehr Bienen auf Blumen. Aktiv gegen Bienensterben / Die Lage hat sich im heurigen Winter verbessert. Bienen scheinen den Winter zu überleben. EU will im Juli Verbot von „systemischen Mitteln“ erwirken.

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Von Carina Ganster

REGION / Letztes Jahr zur selben Jahreszeit griff bezüglich des Bienensterbens nicht nur bei Imkern, sondern auch bei der Bevölkerung die Angst um sich. Gibt es doch das Albert Einstein zugeschriebene Zitat „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Zumindest im heurigen Winter heißt es aufatmen, die Bienen leben. Ingolf Hofmann, Imker aus Limbach dazu: „Wir vermuten, dass im vergangenen Jahr verschiedene ungünstige Faktoren aufeinander gestoßen sind. Der heiße Herbst, die sogenannten ,systemischen Mittel‘ (gebeizte Maiskörner), die beim Anbau von Mais, Raps, aber auch im Obst- und Weinbau wesentlich zur Sterblichkeit der Bienen beitragen, könnten die Volker zerstört haben. Aber auch die von vielen vermutete Varroamilbe hat wahrscheinlich ihres dazu beigetragen“, erklärt Hofmann, dessen Bienenstöcke alle überlebt haben. „In vier Wochen fliegen die Bienen bereits aus“, sagt Hofmann.

Apropos „systemischen Mittel“: Die EU-Kommission möchte die Verwendung von Neo nicotinoiden deutlich einschränken. Für Raps, Mais, Sonnenblumen und Baumwolle sind entsprechende Verbote vorgesehen, die zunächst auf zwei Jahre beschränkt werden sollen, erklärte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg erst vergangene Woche in Brüssel. Demnach soll ab
1. Juli der Verkauf und die Aussaat von gebeiztem Saatgut dieser Kulturen eingestellt werden. Der Anbau von Mais und Sonnenblumen im Frühjahr 2013 ist von den verschärften Bestimmungen noch nicht betroffen. Für Getreide oder Zuckerrüben, die für Bienen weniger attraktive sind, gilt die Einschränkung nicht. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. Ende Februar soll im „ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette“ darüber abgestimmt werden.