Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Modell Güssing als „Vorbild für Österreich“. BESUCH / Beim Besuch von Minister Alois Stöger in Güssing wurde die Effektivität der Prozesse im Spital hervorgehoben.

Minister Alois Stöger wurde von Ärzten des Krankenhauses Güssing, Landesrat Peter Rezar, Pflegedirektorin Bianca Hofbauer, ärztlichem Leiter Gerhard Puhr, kaufmännischem Direktor Reinhold Hallemann und KRAGES-Geschäftsführer Hannes Frech im allgemein öffentlichen Krankenhaus Güssing begrüßt.S. WAGNER  |  NOEN
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VON SARAH WAGNER

GÜSSING / „Das Krankenhaus Güssing ist zwar nicht das größte, aber dafür das kreativste und innovativste Haus unseres Landes“, erwähnte Gesundheitslandesrat Peter Rezar im Rahmen des Besuchs von Gesundheitsminister Alois Stöger im Krankenhaus Güssing.

Seit 2007 verfügt das Güssinger Spital über eine neue Organisationsstruktur. Fächerübergreifende, an der Pflegeintensität orientierten Stationen, wurden eingerichtet. Die erste Tagesklinik wurde ebenfalls in Güssing eingeführt. Als „abteilungslos“ wird es von den Verantwortlichen bezeichnet. „Durch die Aufhebung der Zuordnung der Stationen zu einzelnen Abteilungen wurden sowohl finanzielle als personelle Ressourcen frei, die zur Qualitätsverbesserung und weiteren Leistungssteigerung des Krankenhauses Güssing eingesetzt werden konnten“, erwähnte Bundesminister Stöger. Und Rezar führte aus: „Ziel der kompletten Neuorganisation ab 2007 war, dass die Krankenhausorganisation besser an die Bedürfnisse der Patienten angepasst wird und, dass die vorhandenen personellen Ressourcen dem Bedarf entsprechend eingesetzt werden können.“ Gerhard Puhr, ärztlicher Leiter des Krankenhauses Güssing bestätigt: „Wir können eine massive Ausweitung unserer Leistungen bei gleichem beziehungsweise reduziertem Personal verzeichnen.“

710 Operationen zusätzlich  und 2.789 Aufenthalte mehr

Auch die Zahlen bestätigen die Aussagen: Mit 3,5 Mitarbeitern weniger konnten im Jahr 2010 710 oder 27 Prozent mehr Operationen durchgeführt werden. Die tagesklinischen Aufenthalte sind um 2.789 oder 160 Prozent gestiegen, die stationären dagegen um 1.436 Aufenthalte oder 24 Prozent gesunken.

Warum das erfolgreiche Model Güssing nicht auch auf andere Häuser angewendet wird, weiß keiner der Verantwortlichen so richtig. Dass Strukturreformen aber notwendig sind, da waren sich alle Versammelten einig. „Güssing könnte ein Maßstab sein“, erläutere Puhr. Als „andenkbar für andere Anstalten“ sieht Minister Stöger die Güssinger Strukturen: „Es sollte sichtbar gemacht werden, was ein Krankenhaus gut macht. Ziel ist es, Prozesse in den Krankenhäusern transparenter zu gestalten, um die Versorgung zu optimieren.“

Vor dem Besuch in Güssing schaute Stöger auch im Krankenhaus Oberwart und in der BFI-Gesundheitsakademie in Jormannsdorf vorbei. Landesrat Rezar erwähnte in diesem Rahmen: „Wir im Burgenland haben die geringste durchschnittliche Bettenbelagsdauer österreichweit. 2009 lag das Burgenland bei 3,95 Tagen, österreichweit waren es 5,54 Tage.“