Erstellt am 24. April 2013, 00:00

Moor soll verkauft werden. Investoren an der Angel / Heilschlamm, der sich zur Behandlung von entzündlichen Prozessen der Gelenke und des Bewegungsapparates eignen würde, soll bald in Rohr abgebaut werden.

Von Carina Ganster

ROHR / Dem großen Bruder Bad Tatzmannsdorf will man es nicht gerade nachmachen und eine Kuranstalt am Rande des überschaubaren Dorfes bauen. Auch wenn das ganz nett und sicherlich eine Bereicherung für die Gemeinde wäre, meint Jürgen Frank. Denselben Bodenschatz – das Heilmoor – würde man in Rohr aber schon gerne vermarkten beziehungsweise verkaufen. Derzeit wird kein Moor in Rohr abgebaut. „Am Rande des Naturschutzgebietes wurde nämlich ein Heilschlamm gefunden, der sich laut eines Gutachters sehr gut für die Behandlung von entzündlichen Prozessen der Gelenke und des Bewegungsapparates eignen würde“, erklärt Frank. Immerhin ist das Moor in Rohr mit über 42 Hektar das größte im pannonischen Raum.

Dass der Abbau von Moor in der kleinen südburgenländischen Genussgemeinde tatsächlich schon bald Realität werden könnte, ist allerdings neu. „Ja, es stimmt. Es gibt einen Interessenten, der das Moor möglicherweise abbauen und aufbereiten möchte. Die Verhandlungen sind allerdings sehr schwer und stocken immer wieder“, erklärt Jürgen Frank, der schon das Werk des Interessenten besucht hat. „Vielleicht schaffen wir es heuer noch, Musterpackungen zu erstellen und eine Testphase zu starten“, meint Frank, der jedoch nicht überschwänglich in die Causa „Mooraufbereitung“ geht.

Trotzdem ist auch der Gedanke an eine Moorproduktion in Rohr kein ungewöhnlicher. „Sicherlich wäre das unser großer Zukunftswunsch, eine kleine Produktionsstätte für Moorauflagepackungen zu errichten. Einerseits würden Arbeitsplätze in der Region geschaffen, andererseits würde das Moor sinnvoll genutzt werden. Ob wir das erreichen können, wissen wir allerdings noch nicht“, sagt Frank.

Auch im bis 2014 laufenden EU-Förderprogramm ist die Erhebung des Moorbedarfes Bestandteil. Nach 2014 stehen dafür vorerst keine Fördermittel zur Verfügung. „Oberste Priorität hat jedoch weiterhin der Schutz der Natur rund um das Moor“, meint Frank abschließend, alles andere wäre nur „eine positive Draufgabe“.