Erstellt am 18. Januar 2012, 12:24

Nach Brand in Schnapsbrennerei - Suche nach Ursache hat begonnen. Nach einem Feuer in der Lagerhalle einer Schnapsbrennerei im Bezirk Jennersdorf hat heute, Mittwoch, die Suche nach der Ursache begonnen.

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 Brandsachverständige des Landeskriminalamtes und des Bezirkspolizeikommandos nahmen in Krobotek am Ort des nächtlichen Löscheinsatzes die Arbeit auf. Die Schadenshöhe sei noch nicht exakt feststellbar, sie dürfte jedoch beträchtlich ausfallen.
 
Zwölf Feuerwehren mit über 120 Einsatzkräften hatten in der Nacht auf Mittwoch gegen die Flammen gekämpft. Dabei stellten mit hochprozentigem Alkohol gefüllte Tanks anfangs einen Unsicherheitsfaktor dar. Die betroffene Halle, eine Stahlkonstruktion mit Blechverkleidung, erstreckt sich laut Sicherheitsdirektion Burgenland über 40 mal 25 Meter.
 
Im Gebäude befanden sich nach Auskunft des Betriebsleiters rund 70.000 Liter hochprozentiger Alkohol, so Bezirksbrandermittler Eduard Erber von der Polizei zur APA. Dieser sollte großteils zu Rum weiterverarbeitet werden. Die Tanks in der Halle seien nicht alle gefüllt gewesen.
 
"Der Brandort dürfte zugänglich und auch zu untersuchen sein", so Erber: "Wir schauen uns das genau an und versuchen, möglichst genau jene Stelle zu finden, wo der Brand ausgebrochen ist." Dann geht es an die Ursachenrecherche: Sie erfolgt mittels eines Katalogs, in dem alle möglichen Kategorien aufgelistet seien. Dabei kommt ein Eliminationsverfahren zur Anwendung, so Erber: Sind zum Beispiel keine chemischen Stoffe am Brandort, wird eine chemische Reaktion ausgeschlossen.
 
Die zweite wichtige Maßnahme sei die Befragung von Personen, die Aufschluss über den Ausbruch oder Hergang eines Feuers geben könnten. Dazu zählen der Entdecker des Brandes sowie jene Personen, die zuerst mit Löscharbeiten begonnen haben. "Der als Erster dort war, hat ein relativ gutes Bild davon, wo es zuerst gebrannt hat", erläuterte Erber: "Ein Brand ist wie eine Kettenreaktion und breitet sich in alle Richtungen aus."
 
Zur Spurensuche gehöre auch viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Ist die Ursache eines Feuers nicht eindeutig feststellbar, kommen Experten für Kriminaltechnik des Bundeskriminalamtes zum Einsatz, die österreichweit bei derartigen Ermittlungen tätig sind, so Erber.
 
Die 70.000 Liter Alkohol befanden sich in zwei Großtanks. Einer der Tanks sei undicht geworden, man habe ihn jedoch abdichten können. Es habe auch kleinere Behältnisse mit etwa 1.000 Liter Inhalt gegeben, die abgebrannt seien.