Erstellt am 14. März 2012, 00:00

Nach Unfall im Schock Flachmann geleert?. KOLLISION / Ein freischaffender Künstler rammte ein Buswartehäuschen. Bei dem Unfall wurde sein Beifahrer schwer verletzt.

BEZIRK JENNERSDORF / Vorige Woche musste sich der 43-jährige Unfalllenker vor Gericht verantworten. Kurz nach dem Unfall war bei ihm eine Alkoholisierung von 1,9 Promille festgestellt worden.

Der freischaffende Künstler war am 17. Oktober 2011 mit Renovierungsarbeiten an seinem Haus im Bezirk Jennersdorf beschäftigt gewesen. Zum Mittagessen trank er drei bis vier „G’spritzte“. Die 1,9 Promille, die bei ihm nach dem Unfall gemessen wurden, seien aber damit nicht zu erklären.

Am Nachmittag fuhr er mit seinem Auto Sand holen. Begleitet wurde er von einem Slowenen, der ihm auf der Baustelle half.

Am Rückweg - im Auto befanden sich bereits zwei große Plastikwannen mit Sand - kam der Künstler mit seinem Auto in einer Linkskurve rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen ein Buswartehäuschen. Sein Beifahrer erlitt dabei Brüche des Oberarmkopfes und der Speiche.

„Ich dürfte nach dem Aufprall ein paar Sekunden bewusstlos oder benommen gewesen sein“, erklärte der Beschuldigte vor Gericht. „Anscheinend dürfte ich im Schock etwas getrunken haben.“

Alkohol: Künstler musste  Führerschein abgeben

Er habe nämlich im Krankenhaus in seiner Hosentasche einen leeren Flachmann gefunden. Dieser habe sich zuvor im Auto befunden und sei mit Wodka gefüllt gewesen.

„Diese Darstellung ist eine, die wir öfter hören“, meinte dazu Richterin Mag. Karin Knöchl. Vor der Polizei habe der Künstler noch angegeben, er habe keinen „Nachtrunk“ gehabt. Der Künstler gab zu, dass ihm bereits 2010 nach einer Alkoholkontrolle für vier Monate der Führerschein entzogen worden war.

„Das hat Sie nicht besonders beeindruckt. Sie hatten ja – unabhängig von dem angeblichen Nachtrunk – vor dem Unfall drei bis vier Achtel Wein getrunken“, wunderte sich die Richterin über den Mann.

Der Prozess wurde vertagt, weil sowohl der verletzte Beifahrer als auch mehrere Augenzeugen befragt werden müssen.