Erstellt am 04. Februar 2016, 04:33

von Michael Pekovics

Neue Spital-Chefs: Ärzte gegen Pläne. Auflösung der übergeordneten Ärztlichen Leitung sorgt für Unmut der Ärztekammer: „Wir brauchen einen Koordinator.“

Neue Eiszeit? Die Ärztekammer ist gegen die Beendigung der gemeinsamen Ärztlichen Leitung über drei Krankenanstalten: »Deutlicher organisatorischer Rückschritt.« Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv/Michael Pekovics BVZ
Direkt nach dem BVZ-Artikel der Vorwoche, wonach künftig die drei Krankenhäuser Oberpullendorf, Oberwart und Güssing wieder einen eigenen Ärztlichen Leiter bekommen sollen ( oder Link unten), meldete sich die Ärztekammer mit einer Aussendung zu Wort.

„Ärztliche Leitung ist kein Nebenjob“

Man habe diese Änderung „mit Erstaunen“ zur Kenntnis genommen. „Gerade in Zeiten einer neuen Ausbildung, die vermehrt Rotationen und Abstimmungen unter den einzelnen Häusern und Abteilungen fordert, benötigen wir einen medizinisch-kompetenten, über den Häusern stehenden Koordinator und Organisator. Dieser sollte idealerweise nicht nur die drei, sondern alle Häuser koordinieren“, meint Ärztekammer-Präsident Michael Lang.

Dass Ärzte in Krankenhäusern die besseren Manager sind, hätten mittlerweile auch Studien nachgewiesen: „Ärztliche Leitung ist kein Nebenjob, sondern eine hochkomplexe Aufgabe, die im Interesse der Erhaltung hoher medizinischer Qualität und hochwertiger Patientenversorgung dringlich auf Führungsebene implementiert werden sollte“, sagt Lang weiter.

Lang: „Das ist ein deutlicher Rückschritt“

Die angekündigte Maßnahme stelle einen „deutlichen Rückschritt dar, in allen anderen Bundesländern außer Kärnten sitzen in der Geschäftsführung der großen Krankenhäuser Ärzte und sorgen für das medizinische Know-How“: „Es kann nicht sein, dass wir im Burgenland unserer Bevölkerung nicht diese Kompetenz und Qualität anbieten können“.