Erstellt am 13. Februar 2013, 00:00

Neuer Betreiber in Sicht. Wasserkraftwerk / Gemeinden bemühen sich um Revitalisierung des Ökostrom-Kraftwerks. Angefallene Stromkosten von 11.000 Euro bereiten Jennersdorf und St. Martin Kopfzerbrechen.

Von Carina Ganster

NEUMARKT AN DER RAAB /  Seit einem Jahr steht das Wasserkraftwerk, dass den Jahresstrombedarf von rund 100 Haushalten abdeckt, still. Die Wunschlösung wäre ein Pächter, den man seit zwei Jahren sucht. Die Suche eines Betreibers entwickelte sich zunächst zu einem Himmelfahrtskommando. Nun scheint aber eine optimale Lösung in Sicht. Sowohl Josef Kern, Bürgermeister in St. Martin an der Raab, als auch Grünen-Stadtrat Robert Necker aus Jennersdorf, bestätigen, dass es einen möglichen Betreiber für das Kraftwerk gibt. In den kommenden drei Wochen soll ein letztes Gutachten ausgestellt werden – der letzte Schritt zur Unterschrift des Pachtvertrages.

Für die wirtschaftliche Betreibung des Kraftwerks ist jedoch eine wasserrechtliche Bewilligung nötig. Die notwendige Wasserrechtsverhandlung hat noch immer nicht stattgefunden. Bis das nicht geklärt ist, wird es auch keinen Pächter geben. „Zudem ist der Einbau einer Fischbauchklappe die einzig sinnvolle Baumaßnahme, die zutreffen ist“, meint Necker.

In dem einen Jahr, in dem das Kraftwerk nun stillsteht, sind laut Berechnungen von Robert Necker 1,5 Millionen Kilowattstunden an Ökostrom-Energie verloren gegangen. „Das ist natürlich auch ein finanzieller Schaden für die Gemeinden“, so Necker. Apropos finanzieller Schaden: Obwohl das Kraftwerk in Neumarkt an der Raab seit einem Jahr keinen Strom mehr produziert, fallen jährliche Stromkosten in Höhe von rund 11.000 Euro an. Recherchen der Ortschefs haben nun ergeben, dass die Technische Universität Wien im Auftrag des Ministeriums am Wasserkraftwerk eine Messstation eingebaut hat und das der Grund dafür ist. Bezahlen sollen das die Gemeinden.

„Da gibt es Verhandlungen, dass wir den Betrag rückvergütet bekommen, weil wir haben die Energiekosten nicht verursacht, also warum sollen wir bezahlen“, sagt Kern.