Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Neun Orte zahlten zu hohe Kreditraten zurück. WASSERVERBAND / Mitgliedsgemeinden sollen zu viel Kreditrückführungsverpflichtungen bezahlt haben. Verband prüft.

 |  NOEN, zVg

VON CARINA GANSTER

REGION / Ein Kredit in der Höhe von 3,6 Millionen Euro sorgt für Aufregung im Wasserverband Unteres Lafnitztal. Von 2001 bis 2007 wurden die Kreditraten für die einzelnen Gemeinden nämlich nicht nach dem tatsächlichen Wasserverbrauch, sondern nach der Bevölkerungsanzahl berechnet. Die Bürgermeister der damaligen Mitgliedsgemeinden haben zwar zugestimmt, wurden aber angeblich nicht über die Konsequenzen und finanziellen Nachteile aufgeklärt.

Neun Gemeinden sollen  zu viel bezahlt haben

Und eigentlich sind die Beschlüsse auch nicht rechtswirksam, weil „die Zweidrittelmehrheit damals nicht erreicht wurde“, weiß der ehemalige Obmann der Wassergenossenschaft Strem, Hermann Loder. Seit 2008, dem Jahr der Amtsübernahme durch Geschäftsführer Richard Vettermann, erfolgt die Vorschreibung satzungsgemäß nach dem tatsächlichen Wasserverbrauch. Unmittelbar finanziell benachteiligt wurden die Gemeinden Eltendorf, Gerersdorf-Sulz, Großmürbisch, Heiligenbrunn, Königsdorf, Kukmirn, Rauchwart, Tobaj, Tschanigraben und Strem. Im Fall von Strem soll der finanzielle Nachteil rund 26.000 Euro betragen. Profitiert haben hingegen die Gemeinden Güssing, Heiligenkreuz und Rudersdorf.

Strems Bürgermeister Bernhard Deutsch kennt die Problematik: „Seit einigen Jahren gibt es die Vermutung, dass in den Abrechnungen etwas nicht stimmt. Ich kann das nicht dementieren, aber auch nicht bestätigen. Es hat unzählige Gespräche gegeben, aber die Materie ist sehr komplex. Ein Problem ist auch, dass damals in den Sitzungen nicht regelmäßig Protokoll geführt wurde. Erst kürzlich wurden zwischen den privaten Prüfern und dem Wasserverband neue Daten ausgetauscht.“

Der Wasserverband Unteres Lafnitztal prüft die Unterlagen, ein Endergebnis wird aber erst in einigen Monaten vorliegen. Letzte Möglichkeit wäre, ein Schiedsgericht mit der Prüfung der Unterlagen zu beauftragen. Dieses besteht aus Peter Gortan, Wolfgang Wukovits und Walter Postl. Falls sich die Vermutungen, dass die Gemeinden von 2001 bis 2007 einen zu hohen Anteil an den Kreditraten bezahlt haben, bestätigen, kann sich Bürgermeister Bernhard Deutsch auch vorstellen, dass man „Mitgliedsgemeinden, die vom nichtsatzungskonformen Vorgehen profitiert haben, jene Gelder in Rechnung stellt, die an die benachteiligten Mitgliedsgemeinden rückzuerstatten wären.“