Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:12

von Carina Ganster

Gastwirt gibt Obdach. Ehemalige Fremdenzimmer im Gasthaus Vollmann wurden zu neuer Heimat für drei Flüchtlingsfamilien umfunktioniert.

 |  NOEN, BVZ
Seit 120 Jahren gibt es den Landgasthof Vollmann, der jetzt in dritter Generation von Edwin Vollmann und seiner Familie geführt wird. Vor eineinhalb Wochen hat sich die Familie Vollmann zu einer Großfamilie entwickelt.

Der Grund: Drei Flüchtlingsfamilien sind in die Fremdenzimmer des Landgasthofes eingezogen und haben sich schnell zum festen Bestandteil der Wirtshausfamilie entwickelt.

„Gastronomie wird zugrunde gerichtet“

Die Erklärung, warum Edwin Vollmann Flüchtlinge aufgenommen hat, klingt plausibel. „Die Gastronomie wird zugrunde gerichtet und deshalb muss man als Gastwirt nach Lösungen suchen“, findet Vollmann harte Worte.

Die schlechte Auslastung der Fremdenzimmer hat sich immer mehr zu einem Negativgeschäft entwickelt, die Räumlichkeiten blieben den größten Teil vom Jahr unbesetzt.

„Da kam uns der Gedanke, heimatlosen Menschen eine ohnehin vorhandene, aber meistens ungenutzte Unterkunft zu bieten. Das ist doch mehr als logisch“, erklärt der Gastwirt, der „seine“ Flüchtlinge bestens ins Dorfleben integrieren will.

„Versuchen, Solidarität und Integration zu leben“

„Die Kinder gehen in den Kindergarten und in die Schule und auch die Erwachsenen sind sehr bemüht, schnell die deutsche Sprache zu lernen, aber dazu sind wir aktuell dringend auf der Suche nach Deutschlehrern“, startet Vollmann einen Aufruf. Ob weitere Flüchtlinge in den Gasthof einziehen, ist derzeit noch ungewiss. „Möglich ist alles“, hält sich Vollmann bedeckt.

Seitens der Gemeinde wird die Initiative von Vollmann befürwortet. „Wir versuchen, das Beste daraus zu machen, die Quote eigenständig zu erfüllen und Solidarität und Integration zu leben“, heißt es von Ortschef Franz Hoanzl.

In Kukmirn sind ebenfalls sieben Flüchtlinge in einer privaten Unterkunft untergebracht. „Die jungen Burschen sind bereits bestens integriert und spielen sogar im örtlichen Sportverein mit“, sagt Hoanzl.

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