Erstellt am 25. Juni 2014, 10:18

von Carina Ganster

Obstbauern kämpfen ums Überleben. Steuerliche Entlastung / Die Grenze, bis zu der Betriebe steuerlich pauschaliert werden, sollte von zehn auf 20 Hektar angehoben werden.

Lokalaugenschein. Nationalrat Erwin Peiner und Landesrätin Verena Dunst machten sich ein Bild im Obstbaubetrieb Knöbl. Foto: Ganster  |  NOEN, Ganster
Zur Erinnerung: Vor drei Jahren hat Apfelbauer Helmut Weber aus Minihof Liebau begonnen, seine Apfelplantagen abzuholzen. Der Grund, sein Betrieb ist nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Jetzt droht den gewerblichen Obstbauern im Burgenland ein ganz anderes Desaster.

„Abkehr von der Pauschalierung wäre große Katastrophe“

„Die derzeitige Pauschalierungsgrenze von zehn Hektar für Obstbauern muss evaluiert und neu festgelegt werden, ansonsten ist das der finanzielle Ruin für uns Obstbauern. Für meinen Betrieb wäre die Abkehr von der Pauschalierung eine große Katastrophe“, erklärt Herbert Knöbl aus Neudauberg, der 15 Hektar Obstbauflächen bewirtschaftet.

Hilfe kommt nun von der SPÖ, die sich für die steuerliche Entlastung von mittelgroßen Obstbaubetrieben einsetzt. „Die Grenze, bis zu der Betriebe steuerlich pauschaliert behandelt werden, sollte von zehn auf 20 Hektar hinaufgesetzt werden“, fordern Nationalrat Erwin Preiner und Landesrätin Verena Dunst.

Nicht pauschalierte, landwirtschaftliche Betriebe unterliegen der Buchführungspflicht und einer Einkommensbesteuerung. Sie können aber Investitionskosten, Mitarbeiterkosten, Sozialversicherungsbeiträge und andere Ausgaben steuerlich geltend machen.

„Betriebsübergaben werden damit immer schwieriger“

Für Ackerbaubetriebe liegt die Buchführungsgrenze bei 60 Hektar. „Damit werden wir Obstbauern zu ‚Bauern zweiter Klasse‘ degradiert“, ist Knöbl erzürnt. „Betriebsübergaben an die nächsten Generationen werden damit immer schwieriger“, sagt der steirische Obstbauer Josef Hinteregger. Die Aussichten, dass im Parlament die Buchführungsgrenze auf 20 Hektar hinaufgesetzt werden könne, seien positiv.

Im Bezirk Güssing gibt es derzeit 38 Obstbaubetriebe, im Bezirk Jennersdorf 33. Die Obstbaufläche beträgt insgesamt 333 Hektar, im Durchschnitt pro Betrieb 4,38 Hektar. Über einer Anbaufläche von 20 Hektar liegen nur wenige Betriebe in den beiden Bezirken.