Erstellt am 08. Mai 2013, 00:00

ÖVP-Kritik an Knor. Gemeinderat / Stadtchef setzt Beschluss über Klimaregion von der Tagesordnung und handelt sich Kritik der Vizebürgermeisterin ein.

Von Michael Pekovics

GÜSSING / Mit Spannung war der Punkt „Weiterführung der Klima- und Energie-Modellregion – Übernahme einer Co-Finanzierung“ (Anmerkung: 14.000 Euro für zwei Jahre) bei der Gemeinderatssitzung in der Vorwoche erwartet worden. Schlussendlich wurde der Punkt aber gleich zu Beginn der Sitzung von Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) von der Tagesordnung genommen.

Bei „Allfälliges“ brachte dann Gemeinderat Joachim Wolf das Thema erneut zur Sprache. „Wenn wir als größte Gemeinde nicht mitmachen, dann wird es keine Förderungen mehr geben. Dass wir eine Ökoenergiestadt sind, kann man nicht abstreiten, auch wenn damals Hans Niessl nicht zum Schwarzenegger-Besuch eingeladen wurde“, stocherte Wolf in alten „SPÖ-Wunden“. Zur Erinnerung: Altbürgermeister Peter Vadasz hatte beim Besuch des Weltstars keine SPÖ-Politiker eingeladen – was ihm viel Groll seitens der Sozialdemokratie einbrachte.

Knor begründete die Streichung damit, dass „die uns vorgelegten Projekte schön und gut sind, aber wenn wir als Stadt den größten Teil zahlen, dann will ich auch etwas für die Stadt haben. Visionen sind schön, aber ich brauche konkrete Projekte, die nachhaltig umsetzbar sind.“ Für Vizebürgermeisterin Helga Maikisch (ÖVP) ist diese Vorgangsweise „nicht nachvollziehbar“: „Wir sind weltweit bekannt, nur in Güssing honoriert man das nicht. Die Zeit drängt, sonst gehen Förderungen verloren. Im Moment wissen wir nicht genau, in welche Richtung Güssing gehen will. Derzeit wird nur das gemacht, was notwendig ist – das ist mühsam.“

In den kommenden Tagen sollen Gespräche zwischen den Vertretern der Klima- und Energie-Modellregion und der Gemeinde stattfinden.