Erstellt am 12. März 2014, 00:00

von Carina Ganster

Ortschefs haben genug. Schlechter-Internetempfang / Bürgermeister richtet sich mit Brief an Telekommunikationsunternehmen und fordert besseres Netz. Vorangegangen sind zahlreiche Proteste von Bürgern.

Zum Verzweifeln: Die Netz-Ausstattung für Handy und mobiles Internet sitzt bei uns an vielen Orten noch in der Steinzeit fest. In der Rechnung macht sich das aber höchstens durch Mehrkosten bemerkbar. Dagegen will eine Unternehmerin aus dem Bezirk Gmünd nun vorgehen. Wodicka  |  NOEN, www.BilderBox.com
Von Carina Ganster

INZENHOF / Telefonieren im Kopfstand, am Baumhaus oder am Balkon – die Gemeindebürger aus Inzenhof sind in den vergangenen zwei Wochen erfinderisch geworden, wenn es darum geht, den besten Empfang zum Telefonieren zu haben. Obwohl bester Empfang doch etwas übertrieben ist, wenn man bedenkt, dass seit zwei Wochen das Handynetz streikt. „Mindestens 50 Bürger waren in den vergangenen Wochen bei mir und haben sich schon erkundigt, was mit dem Netz los ist“, schildert Bürgermeister Jürgen Schabhüttl die aktuelle Lage. Selbst weiß er aber auch nicht, warum das Mobilnetz in den letzten zwei Wochen streikt. Unzählige Anrufe beim Telekommunikationsunternehmen später, liegt der Grund für den Ortschef noch immer im Dunkeln.

Das veranlasste den Ortschef dazu, einen offiziellen Brief an das Telekommunikationsunternehmen zu schicken, in dem er darauf aufmerksam macht, dass sich die Gemeinde den schlechten Empfang nicht länger gefallen lasse und eine Verbesserung der Situation verlangt. Antworten hat der Bürgermeister bislang noch keine bekommen. Doch nicht nur mit dem Telefonnetz haben die Inzenhofer ein Problem, sondern auch mit dem Internet. „Mobiles Internet ist fast unmöglich. Der ADSL-Anschluss geht eher schlecht, als recht“, sagt Schabhüttl.

Kertelics: „Wir werden richtig ausgehungert“ 

Ähnlich ergeht es den Gemeindebürgern aus Punitz. „Wir im ländlichen Raum werden richtig ausgehungert – sind quasi arme Schweine“, zeigen sich bei Tobajs Ortschef Manfred Kertelics Anzeichen von Resignation. Der schlechte Empfang bringt noch ein weiteres Problem für die Gemeinden mit sich. „Trotz der eigentlich guten Lage siedeln sich keine Betriebe an, weil Internet und Telefon nicht funktionieren“, schildert Kertelics die Problematik.

Sein Kollege Jürgen Schabhüttl nimmt die Politik in die Pflicht. „Es gibt keinen Versorgungsauftrag in Österreich, deshalb sollte die Abdeckung von der Politik eingefordert werden. Immerhin hat der Staat zwei Milliarden Euro für den Verkauf der Handyfrequenzen bekommen – wo ist das Geld?“, ärgert sich Schabhüttl.