Erstellt am 03. April 2013, 00:00

„Osterlämmchen“ vor Ertrinken gerettet. 420 Schafe in Panik / Weil der Lahnbach überraschend Hochwasser führte, gerieten Tiere in Gefahr und verirrten sich auf Bundesstraße.

Tierrettung in Rudersdorf. Seit mehreren Wochen befindet sich ein Wanderschäfer mit 420 Tieren im Lafnitztal. In der Osternacht befanden sich die Schafe im Lahnbachbett. Aufgrund der anhaltenden Regenfälle kam es zum Hochwasser, bei der die Tiere in Gefahr gerieten. Feuerwehrmann Christian Doncsecs alarmierte seine Kollegen und wurde zum „Tier-Lebensretter“. zVg/FF Rudersdorf  |  NOEN
Von Carina Ganster

RUDERSDORF / Am Morgen des Ostersonntags wurde die örtliche Feuerwehr zu einem nicht alltäglichen Einsatz gerufen. Der „Tier-Lebensretter“ Christian Doncsecs, der selbst Feuerwehrmann ist, verständigte seine Kollegen, weil eine Schafherde, die am Lahnbach graste, in Panik geraten war. Aufgrund der anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage führte der Lahnbach überraschend Hochwasser. Die Tiere fühlten sich durch die Wassermassen bedroht und gerieten in Panik. Einige „Lämmchen“ wurden vom Hochwasser in den Lahnbach abgetrieben, andere verirrte sich, nachdem sie den Zaun niedergedrückt hatten, auf die Bundesstraße. Rund 25 Feuerwehrmänner waren im Einsatz, um die Schafe zu retten. „Beim Eintreffen der Feuerwehr schwammen einige Tiere im Wasser, andere hatten auf einer Uferböschung Zuflucht gesucht, andere irrten auf der B65 herum“, erzählt Kommandant Patrick Kainz. In der Zwischenzeit hatten auch schon Autofahrer die Polizei verständigt.

„Wir haben rund zwei Stunden gebraucht, um die Tiere einzufangen. Einige von ihnen dürften aber abgetrieben worden und in späterer Folge ertrunken sein. Bis zum Eintreffen des Schäfers wurden die Schafe im Vorgarten des evangelischen Bethauses gehalten“, sagt Kainz. Auch ein Tierarzt war vor Ort. Die brenzliche Situation ist glücklicherweise recht glimpflich verlaufen. Die Lämmer gehören Wanderschäfer Hans Breuer, der derzeit mit seinen rund 420 Tieren im Lafnitztal Station macht. Breuer zieht seit mehr als 30 Jahren mit seiner Herde durch Österreich.

Jetzt will der 59-Jährige sein Nomadentum beenden und das Südburgenland zu seiner neuen Heimat machen. Er schläft mit seiner Familie in einem Wohnwagen. Sein ältester Sohn hat in Neusiedl bei Güssing Haus gebaut. Den Lebensunterhalt bestreitet Breuer großteils mit dem Lammfleischverkauf. Die Schafwolle wird nach Bayern verkauft.

„Wir werden Hans Breuer unterstützen. Auch im Sinne der Landschaftspflege würde es von Vorteil sein, wenn unbewirtschaftete Grünflächen der Gemeinde die neue Heimat der Schafe werden“, sagt Rudersdorfs Bürgermeister Franz E. Tauss. Genau das hat der Wanderschäfer auch vor. Er bietet an, dass seine Schafe im Umkreis von zehn Kilometern rund um Neusiedl bei Güssing auf brachliegenden Grasflächen weiden können. Kontakt 0676/ 842455293.