Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

Otter stechen Fischer aus. Bedroht / Fluss- und Teichfischer klagen über „gewaltigen Schaden durch Fischotter“. Die Lafnitz ist regelrecht leergefischt. Mario Trinkl startet jetzt Inititative im Landtag.

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Von Michael Pekovics

REGION / Das ökologische Gleichgewicht in den Flüssen und Teichen scheint in Gefahr zu sein. Schuld daran ist laut einigen Fischern der unter strengem Naturschutz stehende Fischotter. „Momentan ist es eine Katastrophe“, klagt zum Beispiel Andreas Werner, Mitglied des Fischerparadies Lafnitztal. „Die räumen alles aus. Nasen sind überhaupt verschwunden, Barben werden immer weniger.“ (Anmerkung: Nasen und Barben sind heimische Fischarten). Auch Rudolf Hoffmann von der Teichwirtschaft Güssing hat „massive Probleme mit Fischottern: Die räumen bei uns ganz gut ab, stehen aber unter Naturschutz. Das Problem ist, dass Fischotter keine natürlichen Feinde haben. Aber in unseren Teichen richten sie gewaltigen Schaden an.“

Ein Fischotter braucht pro Tag rund einen Kilogramm Fisch – und er ist selten allein. „Egal ob ich in Poppendorf oder Eltendorf an der Lafnitz sitze, ich sehe regelmäßig Fischotterfamilien“, erzählt der leidenschaftliche Flussfischer Werner.

Landtag beschäftigt  Im Büro von Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) kennt man die Problematik: „In der Lafnitz sind die Bestände stark zurückgegangen, aber der Fischotter ist ein seltenes, fast schon ausgestorbenes Tier, der natürlich auch vom Nahrungsangebot gesteuert wird. Vor allem dort, wo der Fischbestand hoch ist, gibt es Probleme.“ Liegenfeld könne sich aber vorstellen, dass „Reiher und Kormorane vorübergehend zum Abschuss freigegeben werden.“ Vor Fischotter könne man sich schützen, indem man Barrieren, also Zäune oder Netze, schafft. Das hat Hoffmann bereits getan, allerdings: „Bei den großen Teichen ist das unmöglich.“ Werners Vorschlag heißt: „Lebendfallen aufstellen und dann woanders wieder ansiedeln.“ Laut Trinkl ist das Problem derzeit deshalb so akut, weil es in der Steiermark eine Ausnahmeregelung für den Abschuss gibt. Er schlägt ebenfalls Lebendfallen vor. „Es gibt viele Gebiete, wo es keine Otter gibt. Dort könnte man ja welche ansiedeln – und gleichzeitig einheimische Jungfische ansiedeln, um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen.“