Erstellt am 08. Juni 2011, 00:00

Pädagogin steht unter Verdacht. VORWURF / Einer Kindergartenpädagogin aus Jennersdorf wird vorgeworfen, ein Kind misshandelt zu haben. Land prüft die Sachlage, das Verfahren steht vor dem Abschluss.

VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Wie eine Tageszeitung in der Vorwoche berichtete, herrscht in der Gemeinde Jennersdorf große Aufregung um eine angebliche Kindesmisshandlung. Eine Pädagogin des örtlichen Kindergartens soll ein Kindergartenkind geschlagen haben. Bürgermeister Willi Thomas weiß von den Anschuldigungen gegen die Erzieherin. „Ja, es ist richtig, dass gegen eine Pädagogin solche Vorwürfe vorliegen. Die zuständige Aufsichtsbehörde, das Land Burgenland, hat in dieser Causa bereits ermittelt“, so der Ortschef. Kindergartenleiterin Sieglinde Szalay will nichts zu den Anschuldigungen gegen eine ihrer Mitarbeiterinnen sagen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

„Kampf um Nachfolge“ als  Grund für die Vorwürfe

Im Vorfeld wurden Gerüchte über einen möglichen Zusammenhang der Vorwürfe mit der anstehenden Pensionierung von Szalay geäußert. „Wann ich in Pension gehe, ist meine persönliche Entscheidung und ich finde diese Anschuldigungen äußerst unverschämt“, kommentiert Szalay die Gerüchte.

Andreas Gold, Leiter der zuständigen Abteilung im Amt der Landesregierung, kommentiert das Verfahren folgendermaßen: „Es hat mit Fachleuten, der Jugendanwaltschaft und Psychologen Gespräche gegeben, in denen der Tatbestand aufgenommen wurde. Der Fall hatte oberste Priorität, weil es um den Schutz der betroffenen Kinder aber auch der betroffenen Pädagogen geht.“

Land überlässt Gemeinde  die weitere Vorgehensweise

Die Ermittlungen seien für das Land abgeschlossen, nun sei der Bürgermeister am Zug. „Die Sachlage ist schwer zu beurteilen, da sich Kinder nicht so artikulieren können, wie Erwachsene. Für uns gilt es, an die Zukunft zu denken“, so Gold. Der beschuldigten Pädagogin soll nun ein Fachbeistand zur Seite gestellt werden. „Es wird auch unangekündigte Besuche seitens der Kindergarteninspektorin geben. Abhaken können wir die Sache erst, wenn alles in geordneten Bahnen verläuft“, erklärt Gold besorgt.

Ob die Kindergartenpädagogin vom Dienst suspendiert wird, steht derzeit noch nicht fest – diese Entscheidung muss laut Gold der Bürgermeister treffen. „Wir können noch nicht entscheiden, denn die Ergebnisse der Ermittlungen liegen der Gemeinde noch nicht vor“, sagt Bürgermeister Willi Thomas.