Erstellt am 17. Februar 2016, 05:54

von Michael Pekovics

Pleite: Und wieder 100 Jobs in Gefahr. Region verliert mit Borckenstein nächsten Großbetrieb – 100 Burgenländer sind betroffen. Arbeitsplätze sind Mangelware.

 |  NOEN, APA (Pfarrhofer)
Die negative Entwicklung am (süd)burgenländischen Arbeitsmarkt spitzt sich immer weiter zu. In allen drei Bezirken steigt die Arbeitslosigkeit, die jüngsten Konkurse in der Region (siehe unten: „Schirnhofer-Pleite“) haben diese Entwicklung der vergangenen Jahre noch zusätzlich befeuert.

Auch in der Vorwoche gab es zwei aktuelle Konkursmeldungen: Der Gemüseproduzent P&K hat die Zielpunkt-Pleite nicht verkraftet und ist ebenfalls in die Insolvenz geschlittert. Die Schulden betragen rund 900.000 Euro, der Mitarbeiterstand wurde in den vergangenen Monaten sukzessive von 20 auf einen reduziert. Gehälter wurden nur bis Oktober 2014 bezahlt.

Borckenstein-Pleite kann 100 Jobs kosten

Angesichts dieser Situation passte da die Pleite des Neudauer Garnherstellers Borckenstein in der Vorwoche (

und unten) wie die sprichwörtliche „Faust auf´s Auge“. Zuletzt wurden im steirischen Betrieb mit italienischen Eigentümern 286 Mitarbeiter beschäftigt, rund 100 davon aus dem Burgenland.

Geht es nach dem Unternehmen, soll der Betrieb fortgeführt werden – allerdings müssten die Gläubiger der angebotenen Quote von 20 Prozent zustimmen, die Überschuldung beträgt 7,4 Millionen Euro.

Rund die Hälfte der Borckenstein-Mitarbeiter ist über 50 Jahre alt, diese Gruppe hat es aktuell am Arbeitsmarkt so schwer wie noch nie (siehe unten). Das gilt für alle drei südlichen Bezirke, wie ein Rundruf der BVZ beim Arbeitsmarktservice (AMS) ergab.

„Unser Hauptproblem ist die Gruppe 50+, die hoch dotierten Förderschienen schlagen derzeit noch nicht so durch, wie wir uns das wünschen“, sagt etwa Harald Braun (AMS Jennersdorf). Auch Manfred Herist (AMS Stegersbach) verweist auf die zur Verfügung stehenden Förderschienen für Unternehmen: „Informationen dazu gibt es bei uns.“

BVZ.at hatte berichtet:


Job-Statistik Jänner

BEZIRK OBERWART
Gesamt 3.349 (+ 5,1 %)
Männer 2.115 (+ 0,3 %)
Frauen 1.234 (+ 14,3 %)
Jugendliche 386 (+ 6,3 %)
50+ 1.108 (+ 12,8 %)

BEZIRK GÜSSING
Gesamt 1.420 (+ 7,7 %)
Männer 909 (+ 4,5 %)
Frauen 511 (+ 13,8 %)
Jugendliche 132 (- 2,2 %)
50+ 501 (+ 10,8 %)

BEZIRK JENNERSDORF
Gesamt 980 (+ 5,2 %)
Männer 665 (+ 1,2 %)
Frauen 315 (+ 14,5 %)
Jugendliche 75 (+ 8,7 %)
50+ 351 (+ 9,7 %)


Schirnhofer-Pleite: Sanierungsplan angenommen, Forführung möglich.

Nach der Schirnhofer-Pleite gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Der Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent wurde angenommen, rund 200 Dienstnehmer werden weiter beschäftigt, knapp 70 verlieren aber ihren Arbeitsplatz.

Medienberichten zufolge sollen ein oder mehrere Investoren das angeschlagenen Unternehmen beim Sanierungsplan unterstützen. Vier Banken hatten zuvor schon mit Fortführungskrediten in der Höhe von 1,4 Millionen Euro eine Fortführung des Unternehmens gesichert.