Erstellt am 16. Mai 2012, 00:00

Poker um den „Raffel“. ÜBERNAHME / OSG will aus Hotel Wohnungen machen und Gemeinde soll KUZ übernehmen. Auch das Land fördert wieder.

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VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Wie die BVZ bereits in der vergangenen Ausgabe berichtete, musste der Eigentümer des Seminarhotels Raffel, Ernst Kampel-Kettner, Insolvenz anmelden. Von den finanziellen Turbulenzen rund um das Hotel ist auch das Kulturzentrum Jennersdorf betroffen, wenn auch nur indirekt. Fragen, was nun mit dem Hotel passiert und wie es mit dem Kulturzentrum weitergeht, beschäftigen Bevölkerung, Gäste und auch die Politik. Klar ist, dass sowohl Seminarhotel als auch Kulturzentrum dem Ehepaar Ernst und Paula Kampel-Kettner gehören.

Der 87-jährige Gastwirt, der stets freundlich und mit voller Leidenschaft seine Gäste bedient, besitzt den „Raffel“ seit 1948. Anfang der 1970er Jahre stellte er den Bauplatz für das Kulturzentrum zur Verfügung und finanzierte dieses mit. Vor 13 Jahren wurde er dann alleiniger Eigentümer des Kulturzentrums.

Für die bauliche Sanierung des in die Jahre gekommenen Hauses hat Kampel-Kettner Subventionen vom Land bekommen. Die nun insolvente Firma namens „Seminarhotel Raffel GmbH“ ist aber nicht Eigentümerin des Gebäudes, in dem das Hotel Raffel untergebracht ist und auch nicht Eigentümerin des Kulturzentrums. Beide Häuser sind deshalb auch nicht Teil der Konkursmasse. Über sie kann weiterhin Kampel-Kettner selbst verfügen und es zeichnet sich ab, dass er die Gebäude bald verkaufen wird.

OSG will Wohnungen im  Seminarhotel errichten

Für das Gebäude, in dem das Seminarhotel Raffel untergebracht ist, interessiert sich die Oberwarter Siedlungsgenossenchaft (OSG), wie in der vergangenen Woche bekannt wurde. Laut Geschäftsführer Alfred Kollar will die OSG im Obergeschoß nach demselben Schema wie im erst kürzlich eröffneten Gesundheitszentrum Jennersdorf, betreubare Wohnungen, Starterwohnungen und Familienwohnungen errichten. Im Erdgeschoß, der derzeitigen Gaststube, soll eine verkleinerte Version des Gasthofbetriebes ohne Hotelbetrieb bestehen bleiben – allerdings ohne dem Ehepaar Kampel-Kettner als Betreiber. „Sowohl uns, als auch der Gemeinde ist es besonders wichtig, dass die Marke ‚Raffel‘ bestehen bleibt. Ernst Kampel-Kettner wird sich, wenn die Übernahme durch die OSG zustande kommt, zur Ruhe setzen. Wir haben auch schon einen konkreten Interessenten, der das Gasthaus betreiben möchte. Die Verhandlungen sollen in spätestens sechs Wochen abgeschlossen sein“, so Kollar.

Land hebt Kündigung des  KUZ-Vertrags wieder auf

Das Kulturzentrum wird wohl die Stadtgemeinde übernehmen, mit finanzieller Unterstützung durch das Land. Finanzlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) hat bereits angekündigt, dass er weiterhin jährlich rund 52.000 Euro zuschießen wird. Stellung zum Insolvenzverfahren wollen weder Kampel-Kettner noch die Masseverwalterin nehmen.