Erstellt am 20. Mai 2015, 11:06

Politiker an Schüler: „Bitte, geht´s wählen“. Einigkeit herrschte nur beim Appell. Zuvor entbrannte eine interessante Diskussion.

Diskussion in der HAK/HAS Stegersbach. Wolfgang Rauter, Verena Dunst, Schulsprecher Kevin Friedl, Irmi Salzer, Johann Richter, Irmi Salzer, Walter Temmel und Direktor Chris Wagner mit BVZ-Redaktionsleiter Michael Pekovics. Fotos: Lexi  |  NOEN, Foto Lexi
An allen Berufsbildenden und Höheren Schulen des Landes fanden im Vorfeld der Landtagswahl Diskussionen mit Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien statt. Das von der BVZ moderierte Aufeinandertreffen im Bezirk Güssing ging in der BHAK/BHAS Stegersbach über die Bühne.

Verena Dunst (SPÖ), Walter Temmel (ÖVP), Johann Richter (FPÖm in Vertretung von Rene Graf), Irmi Salzer (Grüne, in Vertretung von Hermann Frauenberger) und Wolfgang Rauter (LBL, in Vertretung von Felix Hoffmann) stellten sich den Fragen der Schüler.

Moderiert wurde die Diskussion von BVZ-Redaktionsleiter Michael Pekovics. Nach der Einleitung mit Vorstellungsrunde der Personen ging es direkt in die Diskussion. Erstes Thema war der Arbeitsmarkt und die Frage, welches Konzept denn die jeweilige Partei dafür hat.

Arbeitsmarkt - woher kommen die Jobs der Zukunft?

Verena Dunst (SPÖ) betonte, dass in den vergangenen Jahren viel Geld im Bezirk investiert wurde, um „die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen“. Neben einem raschen Breitbandausbau brauche es auch „Innovation von Jugendlichen, die einen anderen Weg gehen und sich beispielsweise selbstständig machen“.

Für Bundesrat Walter Temmel (ÖVP) ist die ungerechte Verteilung zwischen Nord- und Südburgenland eines der Hauptprobleme am heimischen Arbeitsmarkt: „Güssing war Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energie, da hätten zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen können, aber passiert ist in den vergangenen Jahren nichts. Wir müssen die Chancen der Region nutzen, dann können wir den Arbeitsmarkt auch rehabilitieren.“

„Es braucht auch die Innovation der Jugend einen anderen Weg
zu gehen und sich zum Beispiel selbstständig zu machen.“
Verena Dunst (SPÖ)

Johann Richter von der FPÖ kritisierte die „Freunderlwirtschaft der Regierungsparteien“: „Die Politik schafft keinen Arbeitsplatz, bei uns geht es zu wie im Mittelalter, es ist Zeit etwas zu ändern.“

Irmi Salzer von den Grünen fordert mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten: „Die Zeit der Großprojekte ist vorbei, es ist wichtig, Klein- und Mittelbetriebe zu unterstützen. Die Wirtschaft muss ökologisch ausgerichtet sein und die sozialen Rahmenbedingungen, vor allem auch für junge Familien, müssen stimmen.“

Für Wolfgang Rauter (LBL) wäre eine „bedarfsorientierte Ausbildung die Lösung“. Zudem müsste die Förderpolitik dem Mittelstand mehr helfen.

Top-Jugendticket und Öffentlicher Verkehr

Für viel Gesprächsstoff unter den Jugendlichen sorgte auch das Top-Jugendticket. Schulsprecher Kevin Friedl wollte von den Politikern am Podium beispielsweise wissen, wie sie zur Ausweitung des Top Jugend-Tickets stehen. Walter Temmel (ÖVP) betonte, dass „er schon seit Jahren die Ausweitung auf Studenten fordere. Zudem müsste das Top Jugend-Ticket in allen Bundesländern gelten und nicht nur in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland“.

Wolfgang Rauter von der LBL forderte überhaupt Freifahrten für Schüler und Lehrlinge. Landesrätin Verena Dunst: „In den letzten Jahren wurden bereits wichtige Verbesserungen vorgenommen und Neuerungen eingeführt, wie das Top Jugend-Ticket, das natürlich ausgeweitet werden muss. Mit der G1 Linie sind wir auf der Strecke Jennersdorf – Güssing – Oberwart – Wien bestens versorgt“, so Dunst.

Legalisierung von Cannabis

Ebenfalls wollten die Jugendlichen die Meinung der Politiker zum Thema „Legalisierung von Cannabis“ hören. Wolfgang Rauter, der als Richter arbeitet, sprach sich dafür aus, den Besitz und den Konsum nicht zu bestrafen, wohl aber den Handel.

„Durch eine gerechte Verteilung der Förderungen wären
im Bereich der erneuerbaren Energie mehr Arbeitsplätze
geschaffen worden.“
Walter Temmel (ÖVP)

Johann Richter (FPÖ), sprach die „Gefährlichkeit von Cannabis und Alkohol“ an, ist aber trotzdem „für eine Entkriminalisierung von Konsumenten“. Walter Temmel (ÖVP) und Verena Dunst (SPÖ) sind gegen eine Legalisierung von Cannabis. „Ich habe Angst um junge Menschen, die zu Cannabis greifen“, meinte Dunst, während Temmel betonte, wie wichtig Drogenprävention ist.

Irmi Salzer von den Grünen sagte ganz klar: „Ja zur Legalisierung. Die Politik sollte eher beim Alkoholkonsum ansetzen. Immerhin ist es Jugendlichen ab 16 Jahren auch erlaubt, Alkoholika zu kaufen, das schadet mehr.“

In ihren Schlussstatements machten die Politiker noch einmal Werbung für ihre Partei und ihre Person. In einer Sache waren sich Verena Dunst, Walter Temmel, Johann Richter, Wolfgang Rauter und Irmi Salzer trotz aller Unterschiede einig: „Liebe Jugend, geht am 31. Mai zur Wahl und nützt die Chance auf euer demokratisches Recht.“

Diskussion Bezirk Jennersdorf

Im Bezirk Jennersdorf fand die Diskussion im BORG Jennersdorf statt. Ewald Schnecker (SPÖ), Bernhard Hirczy (ÖVP), Michael Kristan (FPÖ), Robert Necker (Grüne) und Josef Hochwarter stellten sich den Fragen der Schüler.

Moderiert wurde die Veranstaltung von BVZ-Redaktionsleiter Michael Pekovics und seiner Stellvertreterin Carina Ganster. Hier geht's zum Bericht:


Die Teilnehmer

  • Verena Dunst (SPÖ) - Landesrätin, Spitzenkandidatin Bezirk

  • Walter Temmel (ÖVP) - Bundesrat, Spitzenkandidatin Bezirk Güssing

  • Johann Richter (FPÖ) - Pensionist, Platz 6 der Landesliste

  • Irmi Salzer (Grüne) - Oberwart, Nummer 4 der Bezirksliste

  • Wolfgang Rauter (LBL) - Eisenstadt, Platz 10 der Landesliste