Erstellt am 28. Mai 2014, 11:30

von Carina Ganster

Rathaus und KUZ werden verbunden. Jennersdorf / Überraschungseffekt im Gemeinderat. Vizebürgermeister präsentierte Konzept für Bürgerservice-Variante.

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Das lecke Dach des Kulturzentrums wird vorübergehend nicht um 70.000 Euro saniert. Das hat der Jennersdorfer Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung entschieden. Der Grund war ein Antrag von Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, der im Namen der ÖVP-Fraktion ein Konzept „Vision moderne Innenstadt“ präsentierte.

Parkplatz und Verbindungswege im Mittelpunkt

Das neue Megaprojekt sieht einen Generalumbau des Rathauses – der schon seit zehn Jahren in der Warteschleife hängt – inklusive einer Bürgerservicestelle, eine Verbindung des neuen Rathauses mit dem Kulturzentrum, das ebenfalls komplett renoviert und teilweise ausgebaut werden soll, vor.

„Aus diesem Grund wäre eine Sanierung nach derzeitigem Stand eine voreilige Maßnahme“, begründet Hirczy. Weiters beinhaltet das Konzept die Neugestaltung des Parkplatzes hinter dem Kulturzentrum sowie die Verbindungswege zu Hauptstraße/Hauptplatz und der Kirchenstraße. Ebenfalls integriert werden soll der Bauhof, der derzeit an drei verschiedenen Standorten in der Stadtgemeinde untergebracht ist.

Projekt würde rund vier Millionen Euro kosten 

„Wir haben jetzt die Chance, diese Vision zu verwirklichen. Ein unüberlegter Umbau würde die Pläne für 50 Jahre blockieren“, versuchte Hirczy den Gemeinderat zu überzeugen.

„Den Umbau des Rathauses haben wir ohnehin schon zu lange hinausgezögert, die Umsetzung des ‚Megaprojektes‘ muss allerdings gut durchdacht werden“, sagte Thomas, dafür wolle er einen Ideenwettbewerb ausschreiben. Bis zum Frühjahr 2015 sollen die Pläne auf dem Tisch liegen.

Das große Fragezeichen für das Projekt bleibt allerdings die Finanzierung. „Grob geschätzt wird das Projekt im vollen Umfang rund vier Millionen Euro kosten und in mehreren Ausbaustufen erfolgen. Begonnen wird auf jeden Fall mit dem Rathaus“, ist sich Hirczy sicher, der in diesem Punkt mit seinem Bürgermeister übereinstimmt.

Gegenwind in der Causa Dachsanierung kommt allerdings nicht nur von der SPÖ, sondern auch von einigen ÖVP-Gemeinderäten. „Gegen das Projekt ist nichts einzuwenden, jedoch kann die Dachsanierung des KUZ nicht lange aufgeschoben werden“, meint beispielsweise ÖVP-Stadtrat Josef Kropf.

SPÖ: „KUZ ist ein Fass ohne Boden“

SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder steht vor allem der Finanzierung des Projektes skeptisch gegenüber: „Das Dach vom KUZ ist nicht erst seit gestern leck und gehört dringend repariert. Schon vor dem Kauf wäre ein Gutachten über das Gebäudes sinnvoll gewesen, wie wir es immer gefordert haben. Schon das KUZ ist ein Fass ohne Boden und dann auch noch ein Projekt in dieser Dimension umzusetzen, ist quasi finanzieller Selbstmord für die Gemeinde.“

Ebenfalls fraglich ist, wie sich die Verhandlungen mit der Belig bezüglich Übernahme des KUZ entwickeln. „Wir wollen eben planen, alles andere wird sich ergeben“, hält sich Thomas bedeckt.